Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Bank

Das Appellativ Bank (m.) ist meist als Baich usw. belegt. Es ist zu schwdt. Bank, Bangg, wdt. Böuch, Baich, Beich m. ‘Sitzbank’, ‘Kirchenbank, Schulbank, Gerichts-, Schöffenbank’, übertragen auf andere, einer Bank ähnliche Dinge bzw. Stellen im Gelände, mhd. banc mf. und wdt. Bäich, Baich ‘Sitzbank’ (ID. 4, 1380 ff.; ZINSLI 1945, 312; URNB 1, 283 f.; GRICHTING 1998, 32) zu stellen. Namengebend für eine Reihe von abgeleiteten Namen sind die Beich (Pl.) ‘Bänke’ im Lötschental und in Naters, die markante Felsbänke bezeichnen. Eine andere Bedeutung hat Gerichtsbanck (Steg, Ernen), in Steg wohl auch namengebend für die alte Gemeindebezeichnung Benken. Bank als Sitzgelegenheit ist wohl in Gselluboich (Turtmann) ‘Gesellenbank’ enthalten: Ort, wo man sich gesellig hinsetzen kann. Formal kommen neben Singular und Plural auch Diminutive wie Beichji, Boichji und Beichini vor. Das Wort kann als Simplex, Grundwort oder Bestimmungswort erscheinen. Unklar ist der historische Beleg Jn den Boenchen (Erschmatt). Etwas unklar muten die Belege der Sandbank (Leuk) und vor dum Sandbank (Täsch) an, die wohl eine Bank aus Fluss-Sand meinen. Und sehr unsicher sind Spellbanck und Spetzilbanck (beide Mörel, historisch 1586 und später), wozu es keine direkten Beispiele gibt.

Vermutlich auch hieher gehört das 1619 belegte die Beincherren, eine Ableitung mit Staubschen Gesetz auf /-ERRA/ zu Bank, 1619 in Gampel belegt. Es ist ursprünglich eine Ableitung auf /-ARIA/ (SONDEREGGER 1958, 471 ff.) und meint eine Gegend mit vielen Bänken (hier sind wohl Felsbänke gemeint).

VSNB, Bd. 1, Sp. 158

Vorkommen

baich

banck

bank

beich

beichini

beichji

beincherren

boenchen

boich

boichji