Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Läz

Läz Adj. ‘verkehrt, falsch’ ist zu schwdt. Adj. lëtz ‘verkehrt’ und wdt. läzz ‘falsch, unrecht, verletzend’ (ID. 3, 1549 ff.; GRICHTING 1998, 126) zu stellen. In FlNN ist es meist als ‘schattseitig’, manchmal als ‘links’ zu verstehen, vgl. auch schwdt. Lëtzi f.: ‘Nordseite, Schattenseite’ (ID. 3, 1555).

Von den rund 50 Flurnamen enthalten die meisten das Adjektiv als flektiertes oder unflektiertes Attribut. Zu unterscheiden ist die Schreibform Letz mit den Grundwörtern Acher, Bodu, Haalta, Hasel, Matta und Wang von der gesprochenen Form Läz / Lätz.

Die Grundwörter sind Acher, Ägerta, Blatta, Burg, Egg (a), Feschti, Figina, Fura, Gand, Gole, Haalta, Hasel, Lüege, Matta, Satz, Schnitta, Sita, Sinwel, Stäga, Wald, Wang und Zwinge. Komplexer sind etwa t Läz Brunnigbletscha ‘die schattseitige Ebene beim Gebiet mit Quellen / Brunnen’ (Blatten), der Läz Golerschleif ‘der Schleif, der zum Läz Goler (schattseitiges Goler) führt’ (Raron), der Läz Torembach ‘das Gebiet links des Dornbaches’ (Ferden), ts Läz Üsserbi ‘das schattseitige Ausserbinn’ (Ausserbinn), im Läzu Wiingäärtji ‘im schattseitig gelegenen kleinen Weingarten’ (Visperterminen) und weitere.

Nur einmal belegt ist eine neutrale Substantivierung ts Lätza ‘die Schattseite’ (Oberems). Das HL kommt in allen Oberwalliser Bezirken vor.

VSNB, Bd. 3, Sp. 63

Vorkommen

lätz

lätza

lätze

läz

läze

läzi

läzu

läzun

letze

letzen

letzu

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