Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Durch

Durch, Präp. und Verbalpartikel, auch dirr ist zu schwdt. durch und wdt. dir ‘durch’ (ID. 13, 1443 ff.; GRICHTING 1998, 59) zu stellen. Die Verbpartikel führt GRICHTING (1998, 61 f.) zu mehreren Verben als durch und dur auf.

In den Flurnamen ist die Partikel immer als Verbpartikel belegt, meistens mit einem Partizip verbunden: der Dirrgänd Fat ‘der durchgehende Felspfad’ (Simplon), der Durchgeend (e)Ritz ‘der durchgehende Ritz (Spalte im Fels)’ und der Durchgeend (e)Ritzgrabu ‘der Graben beim durchgehenden Ritz’ (beide Niedergesteln). Eine besondere Form ist der Heiter Tirrgäne ‘der heitere (helle) Durchgang’ (Reckingen) (cf. HL GAA). Zum schwdt. Verb lâssen ‘lassen’ und seiner Kurzformn (ID. 3, 1393 ff.), resp. der Imperativform lach (SDS 3, 68) und zum wdt. laa (GRICHTING 1998, 124) zu stellen sind: ts Dirrlacherhoru ‘das Durchlasserhorn’ (Grächen), das auf LT Durchlochhorn ‘Durchlochtes Horn’ heisst – insgesamt ein unsicherer Name – und der Ladundurchlaas ‘der Durchlass (Unterführung der Lötschbergbahnstrecke) unterhalb des Weilers Ladu’ (Hohtenn)’, wobei das Nomen Durchlass in dieser Bedeutung in ID. und GRICHTING nicht verzeichnet ist.

Vom Nomen Loch abgeleitet ist das Verb lochen ‘ein Loch (Löcher) machen’ und wdt. loche, lochä (Goms), lochru oder lochu ‘lochen’ (ID. 3, 1041; GRICHTING 1998, 129); ID. weist darauf hin, dass Zusammensetzungen wie dürch-lochen üblich sind. Belegt sind zúm Dirlochen Stein ‘beim durchlochten Stein’ (1653, Ulrichen), beÿ den Drÿlochigen Steinen ‘bei den Durchlöcherten Steinen’ (1678, Zwischbergen; 1713 beÿ den Dirlochrigen Steinen), die erste Form scheint eine Umdeutung zu drii ‘drei’ zu enthalten, lässt sich aber auch als Schreibfehler deuten, und der Durchglochet Stei ‘der Stein mit einem Loch’ (Ernen).

VSNB, Bd. 2, Sp. 39

Vorkommen

dir (Durch)

dirr (Durch)

durch

tir (Durch)