Barlei
Barlei n. ist in Törbel und Bürchen belegt, an zwei weit voneinander entfernten Orten. Historisch hat Törbel 1519 an das Berrleÿ; später immer Barley oder ähnlich mit Genus neutrum; LT hat Parlei und zwar als Weiler und als Weide. 1569 ist in Stalden am Berley belegt, das sich hier anschliessen lässt. Vermutlich gehört hieher auch Bedley n. in Törbel (Belege aus dem 14. Jahrhundert) und Zeneggen (1306), sowie Betleÿ (1477, Bürchen) (cf. HL BÄDEL). ZIMMERMANN (1968, 24) kennt Barlei (Törbel) und stellt es zu frz. barle (petit baril) ‘kleines Fass’ (mit Hinweis auf GPSR 2, 258 f.); EGLI (1982, 309) diskutiert den Namen ausführlich unter Batilla ‘Trinkfässchen’, ohne dass die Deutung für den Flurnamen sinnvoll wäre. Soweit erkennbar, befindet sich die Flur nicht im Weinbaugebiet.
Die Deutung ist unklar. Der älteste Beleg von 1300 hat Bedeley; 1301 steht im Bedley. Ältere Belege fehlen. Es scheint, dass ein ursprünglich romanisches Wort vorliegt, das jedoch nicht mehr rekonstruiert werden kann. G. PANNATIER (p. c.) erwägt barlè (GPSR 2, 258 f.), abgeleitet von *BARILIS mit dem Suffix /-ITTU/ und der Bedeutung ‘Weingefäss’ oder ‘Milchgefäss’. Das GPSR erwähnt Barlet und Barlè als Ortsnamen in Liddes und Nendaz. Die Herleitung ist problematisch, da *BARILIS nach EGLI (1982, 310) sonst im Deutschwallis nicht belegt ist; die Ausnahme ist Barileet (Leuk) (cf. HL BARILEET), das aber vermutlich ein sumpfiges Gebiet bezeichnet.
VSNB, Bd. 1, Sp. 166
Vorkommen
barlei
- Barlei Törbel
- Indru Barlei Törbel
- Obru Barlei Törbel
- Undru Barlei Törbel
bedley
- Bedley Zeneggen
- Nider Bedley Törbel
berley
- Berley Stalden
parlei
- Parlei Bürchen