Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Falete

Falete ist als t Falete (Agarn (mit Erstbetonung), LT Falleten) und historisch in Oberems als jn den Falleten (1774) belegt; beide sind pluralisch. Es handelt sich wohl um die gleiche Flur in der Rottenebene, da unklar ist, ob der historische Beleg zu Oberems gehört. In historischen Belegen wie 1614 ist von canaperio, später auch cannaberiae ‘Hanfacker’, 1727 von Kabisgarten ‘Kohlgarten’ die Rede. Die Endung /-eta/, Plural /-ete/ kann sowohl romanisch wie deutsch sein (SONDEREGGER 1958, 482 ff.). JACCARD (1906, 487) nimmt an, dass es sich um eine verdeutschte Form von frz. Vallettes oder Valettes handelt, eine feminine Form zu frz. vâlet ‘kleines Tal’. FEW (14, 138) kennt ein afrz. valet ‘vallon’; der Typ Valletta mit dem Suffix /-ITTA/ ist in RN (2, 361) häufig belegt. Die Deutung ist zwar durchaus möglich und meint dann vermutlich ein kleines Tal als Seitenarm des früher mäandrierenden Rottens; die inhaltlichen Beschreibungen als ‘Hanfacker’ und ‘Kohlgarten’ entsprechen dem jedoch kaum. MURET (1912, 16) stellt Falettes mit anlautendem /s/ zu Palettes, das laut FEW (7, 476 ff. s. v. pala schaufel) zu palette ‘kleine Schaufel’ (cf. JACCARD 1906, 327) gehört. Dann wäre eher eine kleine Ebene gemeint.

Zusätzlich ist schon der älteste Beleg von 1472 in Agarn deutsch; er stammt aus dem Pfarrarchiv in Ernen und bezieht sich auf eine Busse des Vizedominus Hans Perrini, von der der Zehnden Goms u. a. das Besitztum in Agarn erhielt (PHILIPP KALBERMATTER, p. c.). Eine deutsche Herkunft müsste sich auf Fall (ID. 1, 734 ff.) beziehen, das mit einem kollektiven /-ete/ etwa die Deutung ‘das Gefälle eines Gewässers’ (gemeint ist laut SK ein Gewässer von Mühlackern (Milachru) her) meinen würde. Da es keinen älteren Beleg gibt, kann die Frage nicht entschieden werden.

VSNB, Bd. 2, Sp. 114

Vorkommen

falete

falleten