Abschlacht
Schlacht
Schlacht f. ist zu schwdt. Schlacht f. ‘Schlachten’, ‘Schlägerei’, ‘Schlag, Art’, amhd. slaht f., ahd. slahta, mhd. slaht (e) f. ‘Tötung, Schlacht, Geschlecht, Art’ und wdt. Schlacht ‘Schlacht, Unordnung’ (ID. 9, 19 ff.; GRICHTING 1998, 172) zu stellen.
Das Simplex ist nur einmal als t Schlachta ‘Wasserleitung im Weritzstafel’ (Blatten) belegt; die Wörterbücher weisen diese Form nicht auf.
Der Typ Abschlacht f. ‘Umleitungsschleuse in der Wasserleite’, wdt. Abschlacht ‘Wässern (Beendigung)’ (GRICHTING 1998, 20; ID. 9, 21) kommt in rund 20 Flurnamen vor. Es ist zum Verb abschlahen ‘Wasser abschlagen (im Sinn von ableiten)’ (ID. 9, 332 f., bes. 336.f) zu stellen; das Nomen Abschlacht kommt laut ID. (9, 21) nur in Flurnamen vor. Das Simplex ist als Abschlacht (FLNK, Leuk), t Abschlacht (St. Niklaus und fünf weitere Gemeinden), historisch als in den Abschlächten (1572 u. später, Zeneggen; 1610 in den Abschlachten, 1762 in den Abschlichten) belegt. Mit attributiven Adjektiven kommen vor die Gemeine Abschlecht ‘die Stelle, wo das Wasser abgeleitet wurde, die der Gemeinde gehört’ (1731, Zeneggen), Gmeine Wasserabschlacht ‘die abgeleitete Wasserleitung, die der Gemeinde gehört’ (1730, Oberems), t Oberi und t Unneri Abschlacht ‘der obere und der untere Teil der Abschlacht (Stelle, wo das Wasser abgeleitet wird)’ (Leuk). Als Grundwort ist Abschlacht nur in di Gieschsüüeabschlacht ‘die Stelle, wo die Giesch-Suon (Wasserleitung nach Giesch) abgeleitet wird’ (Hohtenn) belegt. Abschlacht ist bei BELLWALD/WÜRTH (2006, unter 7.) mit Verweis auf EICHENBERGER (1940, 79 u. passim) belegt.
Als Bestimmungswort kommt Abschlacht mit den Grundwörtern Matta, Rüüs und Tschugge vor.
Nur einmal belegt ist wdt. Anbüschlacht ‘Anbauschlacht’ (während des zweiten Weltkrieges) (Gampel), Boden, der während des Krieges (1939–1945) umgebrochen wurde.
Unsicher sind die lebend belegten t Iiferschlacht (Raron) und Iwärschlachtji (Bratsch), wozu die historischen Belege die Innuer Schlacht (1722, Turtmann), in der Inúerschlacht (1778, Steg), ÿn der ÿn ŭer Schlacht (1815, Guttet), bi der Jnverschlacht (1546, Visp), jn der Jnverschlacht (1589, Erschmatt) gehören. Am nächstliegenden ist hierzu bei ID. (9, 27) Verschlacht ‘Verbauung, Eindämmung eines Gewässers’ oder Fürschlacht ‘Zaun (zur Abhaltung des Weideviehs)’, auch spätmhd. vürslaht ‘Damm’, wobei in zum Namen gezogen wurde; gemeint ist dann wohl ein Stück Land im Bereich einer Einhegung oder eines Dammes. Der lebende Beleg Iiferschlacht (Raron) zeigt den Einfluss der Vokalisierung von /n/ vor einem Reibelaut (sog. Staubsches Gesetz) und zugleich Erstbetonung. Vermutlich ist der Flurname ähnlich zu verstehen wie das ebenfalls belegte În-Schlag ‘Verschlag, Einhegung, eingehegtes Stück Land’ (ID. 9, 220).
VSNB, Bd. 4, Sp. 81
Vorkommen
schlacht
- Abschlacht Leuk
- Abschlacht St. Niklaus
- Abschlacht Visperterminen
- Abschlacht Ausserberg
- Abschlacht Saas Grund
- Abschlacht Zeneggen
- Abschlacht Hohtenn
- Abschlacht Niedergesteln
- Abschlacht Niedergesteln
- Abschlacht(e)rüüs Niedergesteln
- Abschlacht(e)rüüs Hohtenn
- Abschlacht(e)rüüs Hohtenn
- Abschlachtmatte Niedergesteln
- Abschlachttschugge Visperterminen
- Anbüschlacht Gampel
- Gemeine Abschlacht Zeneggen
- Gieschsüüeabschlacht Hohtenn
- Gmeine Wasserabschlacht Oberems
- Oberi Abschlacht Leuk
- Unneri Abschlacht Leuk
schlachta
- Schlachta Blatten