Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Graui

Graui ist nur belegt in Sas Dulgraui ‘der Bockfels’ (1678, Zwischbergen). Während Sas zu it. Sasso ‘Fels’ zu stellen ist und Dul einen agglutinierten Artikel mit der it. Präposition de darstellt, muss Graui ein dialektales it. Nomen sein. Das Ganze wird auf lat. als FOSSAM ‘Graben’ bezeichnet. Am nächstliegenden scheint piemontesisch Crava (OLIVIERI 1965, 140) zu liegen, das mit Metathese aus capra ‘Ziege’ entstanden wäre (cf. AIS 1079 zu den Nrn. 116 u. Umgebung); OLIVIERI (21961, 201 s. v. cravarezza) verweist auf lat. CAPRARIUS ‘Ziegenhirt’. Es könnte aber auch einfach it. capro ‘(Ziegen)bock’ (DEVOTO / OLI 2020, 365) gemeint sein, darum ‘der Bockfels’. Ein Zusammenhang zu dt. Graw ‘Grau’ liegt kaum vor, da der Name klarerweise italienisch, resp. piemontesisch oder lombardisch ist.

VSNB, Bd. 2, Sp. 358

Vorkommen

graui