Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

Datenbank (Webversion)
Hauptlemma

Aliichji

Aliichji ist nur in den Verbindungen ts Einig Alichji (Erschmatt, auch FLNK und LT) und ts Einigaliichji (Gampel, auch LT und FLNK) belegt; in beiden Fällen ist ein Gipfel gemeint, der auf der Karte auch als Niwen (Abschluss des Niwungrates) erscheint. Weitere Belege sind ts Driialiichji (Gampel, kleiner Gipfel beim Einigaliichji) und ts Meiggualiichji (Gampel) oberhalb der Alpe Meiggu. Aliichji ist als Wort im ID. nicht belegt, es scheint aber einen Steinmann zu bezeichnen, resp. einen Gipfel mit einem Steinmann; Steinmänner sind Orientierungspunkte im Gebirge, bei denen mehrere lose Steine aufeinandergestellt werden. WERLEN (2008, 590 f.) verweist darauf, dass die Anlautbetonung, langes [i:] und die Diminutivendung /-ji/ wohl ein deutsches Wort darstellen. Er geht davon aus, dass eine Bildung vom Typ an + lich + li oder ähnlich vorliegt, es ist jedoch nicht klar, ob lîch die Bedeutung ‘Körper’ oder ‘gleich’ hat. Wie unter dem HL MÄLLIG ausgeführt, sind die Formen auf ahd. manlîha ‘statua, figura humana: Menschenbild’ (GRAFF 1836, 2, 118), mhd. manlîch ‘das dem Menschen Gleiche, sein Bild’ (LEXER 1, 2033) zurückzuführen. Die Deutung unter Mellig (ID. 4, 223) zu ‘Mehl’ ist unrichtig. Die belegten Einig- und Drii- beziehen sich auf die Zahl der Steinmänner; der Name Meiggualiichji bezieht sich auf eine Anhöhe mit einem Steinmann oberhalb der Alpe Meiggu.

VSNB, Bd. 1, Sp. 91

Vorkommen

alichji

aliichji