Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Blau

Das Farbwort Blau (schwdt. Farbadj. blāw, blōu, blab ‘blau’ und wdt. blaaw, blau (Goms), blaab (Leuker Berge) ‘blau’ , (ID. 5, 240 ff.; GRICHTING 1998, 38)) wird vor allem für die Farbe von kleinen Seen und von Gestein oder Felsen verwendet. Es tritt meist in attributiver Form auf; selten substantiviert (Bim Blaawu ‘Ried-Brig’). Lautlich wird es meistens mit auslautendem -w oder -b (westlicher Teil des Bezirkes Leuk) realisiert; die Schreibungen mit /au/ sind häufig an das Hochdeutsche angelehnt.

Rund 35 Flurnamen mit dem HL sind belegt. Ausser dem schon genannten bim Blaawu ‘beim Blauen (Gestein?)’ (Ried-Brig, LT im Blaue, FLNK im Blaawu) enthalten die belegten Flurnamen das Farbwort nur als Adjektiv. Besonders wichtig ist der Blaaw See ‘der blaue See’ (Obergesteln, LT Blawseewji), der in verschiedenen Form rund zehn Mal erscheint. Daneben sind die HLL Bäärg, Chriz, Egg(a), Flüö, Grabu, Gufer, Häärd, Putz, Roosse, Rufina, Satz, Stei, Strich und Wang belegt. Komplexer sind der Ober und der Unner Blau Satz ‘der obere (höher liegende) und der untere (tiefer liegende) blaue Felsabsatz’ (Zermatt). Mehrgliedrig ist die Konstruktion Blauseelicka ‘die Lücke über dem Blausee’ (Grengiols).

VSNB, Bd. 1, Sp. 238

Vorkommen

blaabi

blaaw

blaawi

blaawu

blau

blauen

blaw

blawen