Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Fanöüschi

Fanöüschi n. ist als ts Fanöüschi (Leuk, FLNK Fanöischi; LT Vanoischi) belegt. Die ältesten Dokumente haben 1563 in Fanussji, im gleichen Jahr in Vanusy, 1582 jn der Fanus, 1685 in Fanausche, im gleichen Jahr y Fanausche, 1784 in Fanausi, 1751 im Fanauschi und 1865 im Fannaúschi. Der Wechsel des zweiten Vokals (/u/ vs. /öü/ vs. /au/ usw.) entspricht der Palatalisierung von /ou/ zu /öü/, der Verhochdeutschung von /ou/ zu /au/ und in den Belegen von 1563 und 1582 einer Vereinfachung von /ou/ zu /u/. Inhaltlich handelt es sich um den Illgraben. Seltsamerweise ist auch schon in den ältesten Belegen ein /s/ oder /š/ enthalten; diese zwei Konsonanten werden im Kontext eines deutschen Diminutivs als /ji/ umgedeutet. Zugleich ist die Betonung auf der ersten Silbe, was bei einem Diphthong in der zweiten Silbe mindestens problematisch ist. Wenn der Beleg von 1582 jn der Fanus als Ausgangspunkt dient, dann sind alle Belege mit einem Diminutiv davon abgeleitet; dieser Diminutiv scheint dt. zu sein, der Stamm jedoch romanisch. Vermutlich ist das HL zu fani (got.) schlamm (FEW 15, 2, 108) zu stellen. Die genaue Ableitung bleibt allerdings unsicher.

VSNB, Bd. 2, Sp. 122

Vorkommen

fanöüschi