Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Aschinu

Aschinu ist 1694 in Bratsch belegt; in der Urkunde steht allerdings in den Aschinú vel Oschinú. Die Konstruktion legt einen Plural nahe; es handelt sich um einen Teil eines Weingartens bei Getwing (Weiler von Bratsch). Es dürfte sich wohl um eine Diminutiv-Form des Baumnamens schwdt. Esch, wdt. Escha, Eschä (Goms), Eescha (Lötschental), Esch ‘Esche’ handeln (ID. 1, 568; GRICHTING 1998, 73).

Anders ist vermutlich ts Blanderaaschi in Albinen zu bewerten. Der Name kennzeichnet einen Weidebezirk bei der Alpe Tschärmilonga (Albinen) und dürfte auf eine romanische Grundlage zurückgehen. Trotz der Lenis /b/ im Anlaut kann ein rom. PLANU ‘Ebene’ am Anfang stehen, gefolgt von einer Präposition de und Raaschi, das sich nach BOSSARD / CHAVAN (2006, 269) zum Typ Rachy stellen lässt (auch bei JACCARD 1906, 373 m. anderer Deutung); es bezeichnet nach ihnen entweder die Parasitenpflanze CUSCUTA EPITHYMUM oder EUROPAEA (Quendel-Seide / Nessel-Seide; cf. LAUBER / WAGNER / GYGAX 52014, 808) oder râche (Grind, Sand), einen Stein schlechter Qualität, der zu Grind (Sand) zerfällt.

VSNB, Bd. 1, Sp. 134

Vorkommen

aschinu