Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Daatilje

Daatilje ist nur in di Daatilje ‘die kleinen Gräte’ (Leukerbad) belegt. R. GRICHTING (1993, Blatt 29, Nr. 2) kennt es als Datiljä und benennt dabei auch Chley und Gross Datiljuhoru ‘das kleine und das grosse Datilju-Horn’ (R. GRICHTING 1993, Blatt 29 Nr. 1 und Nr. 3). Auf LT sind die beiden Gipfel als Unders und Obers Tatelishore und die zugehörige Ebene als Tatele belegt; sie sind schon auf SK als Tatlishorn und Ober Tatlishorn sowie Tatelen aufgeführt; alle Belege befinden sich auf dem Gebiet des Kantons Bern (Kandersteg). HUBSCHMIED (1940, 24 f.) führt die Benennung auf frz. tertre ‘Hügel, kleine Erhebung’ zurück, dessen diminutive und dissimilierte Formen zu *tādrellīns geführt hätten, das mit /r-/ Schwund und Wechsel zum dt. Suffix /-LE(N)/ zur aktuellen Form geführt hätte. Im Walliserdeutschen wäre – das ist bei HUBSCHMIED nicht diskutiert – die palatale Form Daatilje entstanden. Die komplizierte Deutung von HUBSCHMIED ist die einzig vorhandene; wir zitieren sie deswegen hier.

VSNB, Bd. 2, Sp. 2

Vorkommen

daatilje