Felscher
Felscher n. ist nur im Bezirk Östlich-Raron belegt. Lebend erscheint das HL als ts Felscher (Ried-Mörel), Felscher (SK, Mörel) (beide im gleichen Gebiet) und ts Felser (Bister, FLNK Felscher). Nur historisch belegt ist im Felscher (1646, Filet), lokalisiert beim Gifrisch (Filet, Grenze zu Bister) und im Nydren Felschor (1449, Ried-Mörel). Die ältesten Belege in Ried-Mörel sind 1388 apud Velschore, 1446 jm Felsor, 1449 im Velschor, 1449 im Velscher, 1474 jm Felschor. Die ältesten Belege zeigen also /o/ in der neben- oder unbetonten Silbe. Fest ist auch das betonte /e/, auch wenn ein Beleg von 1422 für Mörel das Foͤlscher hat, was seinerseits zu den älteren frpr. Belegen passen würde (siehe unten). Trotz ts Felser (Bister) enthält das HL von Anfang an /š/; in Bister liegt wohl eine nachträgliche Deutung zu Fels vor. BENB (1, 1, 113 s. v. Faltsche, Fältsche) übernimmt die Deutung von HUBSCHMIED (1940, 16 f.), der rom. filice „Farn(kraut)“ auf der Stufe *fel(d)žə annimmt. Allerdings fehlt Felscher als n. in den Belegen. HAFNER (1955, 170) hat *FILICARIA als Ausgangspunkt, das nach ihm im Afrprov. Feugeri (1237 als Feugeri belegt) ergibt; BOSSARD / CHAVAN (2006, 84) nennen eine Reihe von Flurnamen s. v. Fégière, aber – soweit erkennbar – keine Form, die direkt mit Felscher n. verbunden sein könnte. Wenn die Hypothese von HUBSCHMIED stimmt, müsste /l/ in Felscher erhalten geblieben sein. Die Deutung bleibt aber unklar, da HUBSCHMIED kein Neutrum annimmt.
VSNB, Bd. 2, Sp. 136
Vorkommen
felscher
- Felscher Mörel
- Felscher Filet
- Felscher Ried-Mörel
- Nider Felscher Ried-Mörel
felser
- Felser Bister