Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Crosum

Crosum ‘Vertiefung, Höhlung’ wird von TAGMANN (1946, 15 s. v. Croux) und von BOSSARD / CHAVAN (2006, 38) zu lat. CROSU ‘creux’ gestellt. TAGMANN beschreibt, was damit gemeint ist: ein vom Regen ausgehöhltes Gebiet oder ein Gebiet mit Löchern und Höckern oder ein Gebiet bei einer Höhle, einem Loch. Die Belege sind fast alle in Latein gehalten: das Simplex in Leukerbad 1439 als (in) croso ‘im Gebiet mit einer Vertiefung’, mit einem attributiven Adjektiv in Ergisch (1361) in magno croso ‘im Gebiet mit der grossen Vertiefung / Höhle’. In Leuk kommen drei Belege vor: 1331 iuxta crosum caldane ‘neben der Vertiefung des Warmwassers’; 1563 supra ripas crosi de crudillie und ebenfalls 1563 crosum crudillia’ (es könnte sich hier um ein Versehen für cursum ‘Wasserlauf’ handeln; zu crudillia cf. HL CRUDELIAE) und 1566 supra crosum dÿ cudry ‘oberhalb der Vertiefung bei den Haselstauden’. Die letzten zwei Belege stammen aus dem Kopialbuch von Leuk, können also verändert worden sein. Die frpr. Form ist crous (cf. HL CROUS).

VSNB, Bd. 1, Sp. 391

Vorkommen

croso

crosum