Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Bolla

Bolla f. ist historisch 1350 in Agarn als super pratis de la bolla (cf. HLL PRA und PRADIUM) belegt; hierzu gehört auch das 1669 in Agarn belegte in der Bollen. Unklar sind jedoch das 1346 in Agarn bezeugte eys pollez und das ca. 1500 erwähnte eys pollet, die beide eher zum HL POLLET zu stellen sind. Lebend ist di Bollu (Leuk) belegt, die 1519 als Bolla, später als in der Bollen erscheint. FLNK kennt es als Bollumattu – am gleichen Ort, heute als Pfarreiwiese bei Gampinen (Weiler von Leuk) belegt. Vermutlich sind alle historischen Belege zu Bolla am gleichen Ort zu finden.

Das dt. Wort Bolle (ZINSLI 1946, 313) wird auf ahd. bolla, dieses als Lehnwort aus dem lat. BULLA (FEW 1, 607 ff. s. v. bulla blase) zurückgeführt. Das sonst im Deutschen vorhandene Bohl ‘rundlicher Hügel’ fehlt aber im Oberwallis sonst ganz. Das HL muss also auf ein romanisches HL zurückgehen.

Die Lokalisierung auf der SK von 1886 zeigt ein flaches Stück Land am alten Rottenlauf. Am nächstliegenden wäre deswegen ein rundes Stück Land und das HL BOLLA geht zurück auf lat. BULLA blase (FEW 1, 607; GPSR 2, 631).

VSNB, Bd. 1, Sp. 253

Vorkommen

boll

bolla

bollu