Essert
Essert ‘Rodung’ wird nach MEYER (1914, 164) und TAGMANN (1946, 34) und der dort angegebenen Literatur auf lat. EXSARTUM ‘gerodetes Land’ zurückgeführt (BOSSARD / CHAVAN 2006, 134).
Das Simplex kommt ab dem 13. Jh. in Ergisch als in essertis, später in esserto (1328) und eys essers (1328) vor. In Salgesch ist es 1485 als en essers, 1494 eys essers und 1495 deys essers belegt. Mit assimiliertem Artikel kommt es in Leukerbad 1357 als en lessyert, 1361 en lessert und 1514 dou leseret vor; die schwankenden Schreibungen legen nahe, dass der Name nicht mehr verstanden wurde. Das gilt wohl auch für den Beleg prato de lensser (1651, Leukerbad).
In Ergisch gibt es ein zweites essert, das in den Quellen als in esserto de larseler ‘die Rodung beim Boden mit Ton’ (13. Jh. und später) erscheint. In Salgesch ist ou clous de lessert (1353), in clevis dou lesyers (1370) belegt, also das eingefriedete Gut bei der Rodung.
Ein attributives Adjektiv ist im Beleg in via dou lonc essert ‘auf dem Weg zur langen Rodung’ (1298, Leukerbad) zu finden.
VSNB, Bd. 2, Sp. 89
Vorkommen
essers
- Essers Salgesch
essert
- Lonc Essert Leukerbad
esserto
- Esserto Ergisch
- Esserto de Larseler Ergisch
lensert
- Lensert Ergisch
lensser
- Lensser Leukerbad
lessert
- Clos Lessert Salgesch
- Lessert Leukerbad