Estaues
Tschettaawe
Tschettaawe ‘bei den Zaunpfählen’ ist lebend für Salgesch belegt. Wie schon TAGMANN (Ms., 123 f. s. v. Schettawen) und MATHIER (2015, 47 s. v. Tschetaawä) ausführen, handelt es sich um eine Form von lat. statua mit agglutiniertem Artikel /sch/; der heutige Anlaut fügt nochmals einen Artikel /t/ hinzu. Die historischen Belege finden sich nicht nur für Salgesch, sondern auch für Agarn eys estaues (1328) und Leuk les estaues (1433), eys estave (1436), wo die Agglutination des Artikels fehlt. Dafür hat Leuk 1607 den Beleg in Estauanel Zen Schien, also die deutsche Übersetzung Schiie ‘Zaun, Zaunpfahl’, die dem Vorschlag ‘Pfosten’ von TAGMANN entspricht. Eine vergleichbare Ableitung ist schon 1352 in Leukerbad als eys estauulins ‘bei den Zaunpfählen’ belegt. In Salgesch ist 1754 ÿs Chestawes bezeugt, das die Agglutination des Artikels sehr deutlich zeigt. Tschettaawe ist als Bestimmungswort auch in Tschetawen Strasse (1880 ca.) und Tschetawen Matte (1888 ca.) (beide Salgesch) belegt.
VSNB, Bd. 4, Sp. 409
Vorkommen
estaues
- Estaues Agarn
estauulins
- Estauulins Leukerbad
estavenel
- Estavenel Leuk
estaves
- Estaves Leuk
tschettaawe
- Tschettaawe Salgesch
- Tschettaawe Strasse Salgesch
- Tschettaawe Matten Salgesch