Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Verweise für Hauptlemma

Eflini

Hauptlemma

Ofu

Ofu ist zu schwdt. Ofen, wdt. Ofe, Ofä (Goms), Ofa (Mattertal), Ofn (Lötschental), Ofo (Schattenberge), Ofu, m. ‘Ofen’ (ID. 1, 109 f.; GRICHTING 1998, 147) zu stellen. ZINSLI (1984, 577 mit Literaturangaben) schreibt unter Ofe(n): “In der Namengebung meist auf Kalköfen bzw. deren Ruinen bezogen, aber auch auf Höhlen”. In unserem Kontext sind auch metaphorische Benennungen möglich, also Felsen, die wie Öfen aussehen, oder die schwarze Farbe wie vom Rauch der Öfen aufweisen; an einigen Stellen kann auch ein warmes Gebiet (geschützt, unter Sonneneinstrahlung) gemeint sein. Auch Backöfen in Backhäusern können der Namengebung zu Grunde liegen (siehe C. SCHMID 1968, 87 zu Bellwald).

Zum HL Ofu finden sich rund 190 Belege. Die Formbildung ist für den Plural und die Diminutive komplex: Plurale sind Ofna, Ofne und Efu, Diminutive im Singular Ofili, im Plural Ofini, Ofine, Ofili, Oflini, Ofulini und Eflini. Simplizia sind rund 35mal belegt. Ihre Deutung ist öfters unklar; in einigen Fällen liegt, wie gesagt, auch ein sehr warmer Ort vor.

Attributive Adjektive zum HL Ofu und seinen Varianten sind eher selten: der He Ofo ‘der hohe Ofen’ (Fels in Ofenform?) (Eisten), t Hinnere Ofne ‘der hintere Teil der Öfen (Alp)’ (Oberwald), Hochofen (Steg, laut SK, ev. Hochofen der Lonza bei Steg?), t Obru Efu ‘die oberen Öfen’ (Baltschieder, Mund) und t Obru Ofulini ‘die oberen kleinen Öfen’ (Termen), t Undru Efu ‘die unteren Öfen’ (Baltschieder) und t Undru Ofulini (Termen) – meistens relative Lagebezeichnungen.

Bei den Komposita mit Ofu als Grundwort dominiert der Typ Chalchofu ‘Kalkofen’ mit rund 90 Belegen im gesamten Oberwallis, einige davon mit Erweiterungen wie zum allten Kallchoffen (1623, Visperterminen), der Chalchofuschleif ‘der Schleif beim Kalkofen’ (Visp) und vielen anderen Belegen. Nur sechs Mal ist ein Bachofe ‘Backofen’ (Blitzingen und Varianten in Blatten, Ferden, Hohtenn, Randa, Wiler) belegt. Nur einmal findet sich im Giltofe ‘bei der Stelle, wo Giltstein für Öfen ausgebeutet wurde’ (Münster). in Schineren Offnen ‘beim Ofen der Alpe der Familie Schiner’ (1714, Binn) enthält einen Besitzernamen. Eine komplexere Form zum Altu Gipsofu ‘zum alten Gipsofen (der früheren Gipsfabrik)’ (Leuk) ist der einzige Beleg für einen Gipsofen.

Ofu ist als Bestimmungswort in zweigliedrigen Komposita mit den Grundwörtern Acher, Blatta, Biel, Bord, Chnubel, Chrache, Flüe, Garte, Gletscher, Grabe, Grüeba, Gufer, Hore, Hüs, Lamma, Loch, Schiir, Schlüche, Spitz, Tal und Wang belegt. Ein Namennest bildet sich um Ofutal ‘Ofental’ (Saas-Almagell) mit Ofutalbach, Ofutalheeji, Ofutalhoru, Ofuntalpass und Ofuntalgletscher. Interessant sind auch die Namen Ofumannjisch Loch (Selkingen), ts Ofemanjiloch (Blitzingen), des Ofenmansgraben (Naters) – in allen Fällen ist der Ort gemeint, wo der Ofenmann (Ofensetzer) die Giltsteine für die Stubenöfen holte.

Der Beleg t (e)Rüoduofuschipfa ‘der Felsüberhang mit dem Ofen des Rüodu / der Felsüberhang des Rüodu Ofen’ (Mund) ist uneindeutig: Ofu kann hier auch ein FaN sein (s. AWWB 302 s. v. Zumofen).

Unklar ist die Ableitung Ofner (ursprünglich wohl ein Genitiv zu Ofu) in der Ofnerchrache, t Ofnerlamme, der Ofnerwang (alle Münster). Ein Simplex ist nicht belegt, sodass die Deutung unklar bleibt.

VSNB, Bd. 3, Sp. 315

Vorkommen

efe

eflini

efu

of

ofa

ofe

ofen

ofene

ofeni

offen

offen (Ofu)

offna

offne

ofi

ofili

ofine

ofini

oflini

ofna

ofne

ofnen

ofner

ofnu

ofo

ofu

oful

ofulini

ofun

ovo