Biola
Biola ‘Birke’ ist zu frpr. byòla ‘bouleau’ (GPSR 3, 905s.) zu stellen; zur Herleitung siehe GPSR (3, 906) aus galloromanisch betŭlla (FEW 1, 346). BOSSARD / CHAVAN (2006, 171 s.) führen eine Reihe von Ortsnamen aus der Romandie auf.
Das Simplex ist belegt als di Biele ‘die Birke’ (Turtmann, FLNK Bielä), wo die ältesten Belege de la biola (1328) haben, aber schon 1356 in dem Buyle – hier wurde offensichtlich das mhd. bühel an Stelle von älterem Biola verwendet. Heute befinden sich am angegebenen Ort Weinberge, sodass sich nichts aussagen lässt. Weiter ist 1306 in Raron belegt Birka siue Biola, also die deutsche und die patois-Form. In Salgesch ist lebend Pjola (auch FLNK) belegt, historisch Biolla, wobei 1494 en la Bioletaz, 1556 eÿ la Bioleta und erst 1639 en la Biolla steht. Der letzte Beleg von ca. 1880 hat Piola. MATHIER (2015, 73) kennt Pjola. In Unterems ist Biola (1328 u. später) belegt. Albinen hat jn Pjoole ‘in den Birken’, das bei MATHIEU (2006, 19) als Piolä steht.
Diminutive sind belegt als en la Bioleta ‘im kleinen Birkengebiet’ (1649 u. später, Varen) und en la Bioleta ‘im kleinen Birkengebiet’ (1556, Leuk; 1666 jn der Bioletten, 1696 in die Piolette).
Eine Ableitung auf /-EY/ (< /-ETUM/ ‘kollektiv’) findet sich in Ergisch als dol Bioley (13. Jh. u. später), zusammen mit jn campo dou bioley ‘im Feld bei den Birken’ (1355). 1328 ist von einem clausum suum dol Bioley ‘sein eingezäuntes Gut bei den Birken’ die Rede, was 1351–1365 wiederholt wird.
Eine Umdeutung von HL BIOLA zum HL BIEL Im Plural (wie in Turtmann) ist auch an anderen Orten möglich, aber nicht belegt.
VSNB, Bd. 1, Sp. 219