Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Blantschen

Blantschen hat vermutlich zwei verschiedene Quellen. In Ausserberg, Baltschieder, Niedergesteln, Oberems, Raron und Unterems ist wohl ein FaN Blantschen gemeint (AWWB 35), für Ausserberg bezeugt; auch in Quellen von 1522 Niedergesteln (Petrus Blantzen) und 1691 Baltschieder (Petrus Blanschen) erwähnt). Die Form dürfte ein Genitiv sein (vgl. auch den Singular Blantzo Zuggen ‘der Fels des Blantzo’ (1676 Baltschieder). Allerdings kann Blantschi in Blantschisch Gläcki ‘die (Salz-)Leckstelle der Familie Blantschen’ (Raron) auch auf einen FaN Blanc zurückgehen; die Quellen lassen keine Entscheidung zu. Einen Sonderfall bildet ts Blattscherb ‘das Erbgut der Familie Blantschen’ (Raron), das auf Grund des historischen Belegs Jn Blantschun Erb (155?, Raron) deutbar ist. Damit hängt der Platscherbwald ‘der Wald beim Erbgut der Familie Blantschen’ (Raron) zusammen. Während Blantschen oder eine seiner Varianten normalerweise als vorangestellter Genitiv oder Bestimmungswort zu betrachten ist, hat der Beleg Zer Kehr Plantschen ‘zur Kehr der Familie Plantschen’ (1791, Unterems) nachgestellten Genitiv. Weitere Grundwörter sind Egga, Biel und Giblätt.

Eine romanische Quelle ist hingegen für Plantschen (1818, Leuk) und eventuell Plantschu (Oberems, aber siehe auch Planschen Gassen (1711, Oberems) und Blantschen Trog (1687 Oberems), die zum FaN Blantschen gestellt sind, anzunehmen. Sie lassen sich auch auf frz. planche, frpr. plantze, plantsche (BRIDEL 1866, 296) in der Bedeutung ‘pré gras, espace de terrain bien cultivé attenant à la ferme’ zurückführen. Das ebenfalls in Oberems belegte Pflantschutrog dürfte eine Uminterpretation auf der Grundlage von Pflanz- ‘Pflanze’ darstellen (cf. HL PFLANTSCHU).

VSNB, Bd. 1, Sp. 235

Vorkommen

blandschen

blanschen

blantsch

blantschen

blantschisch

blantzo

blattsch

plantschen

plantschu

plantschusch

platsch