Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Verweise für Hauptlemma

Ajegi

Hauptlemma

Jegi

Jegi ‘Jagdgebiet, Felsbänder’ ist zu schwdt. Jägi f. ‘Jagd’ (ID. 3,21) zu stellen; in Flurnamen mit der Bedeutung ‘Jagdgebiet, Felsbänder’ (BENB 1, 2, 363). Wird im Oberwallis fast durchgängig mit /e/ notiert. Der Eintrag Jegi ‘Menge (gross)’ (GRICHTING 1998, 119) gehört wohl nicht hieher.

Das Simplex Jegi ‘Jagdgebiet’ ist in Baltschieder, Naters, Raron und Saas-Balen belegt, historisch auch in Fieschertal als Jegÿ (1675); mit auslautendem /n/ Jegin in Blatten, wo auch der Plural in Jeginun ‘in den Jagdgebieten’ belegt ist. Mit attributiven Adjektiven sind belegt t Foder Jegin und t Hinder Jegin (Blatten), t Inner Jegi (Naters), t Innri Jegi (Raron) und t Üüser Jegi (Naters), t Üssri Jegi (Raron).

Mit einem Präfix AN- wird t Ajegi ‘An-Jagdgebiet’ (Stalden) gebildet.

Zweimal ist Jegi Grundwort: t Bietschjägi ‘das Jagdgebiet im Bietschtal’ (Raron, nur SK) und t Iolijegi ‘das Jagdgebiet im Jolital’ (Niedergesteln, auch LT Jegi).

Alle andern Belege enthalten Jegi als Bestimmungswort, häufig um eine Jegi herum, wo sich in Baltschieder, Blatten, Niedergesteln, Raron, Saas-Almagell und Saas-Grund Namennester gebildet haben. Die Grundwörter sind Bach, Balma, Biel, Bodu, Brunnu, Chi, Chnubel, Gletscher, Graat, Hooru, Rand, Sand, Stutz, Tal, Tola, Tritt, Ture und Wang. Komplexere Bildungen sind Ober und Unner Jegibiel (Raron), Fooder und Ober Jegitritt (Niedergesteln) sowie das nur auf der SK belegte Jägithierweidli ‘die kleine Tierweide (Weide für Gemsen) im Bereich Jägi’ (Baltschieder) am Jägihorn, auch Jegihorn geschrieben (3078 m ü. M.).

VSNB, Bd. 2, Sp. 549

Vorkommen

jägi

jegi

jegin

jeginun