Falle
Falle f., ist zu schwdt. Fallen f., Dim. Fälleli, ahd. falla, mhd. valle f., ‘Falltüre, Klappe’, und wdt. Falla, Fallä (Goms), Fallu ‘Mäusefalle, Hinterhalt’ (ID. 1, 747 ff; GRICHTING 1999, 76) zu stellen. Die alten Tierfallen hatten eine Falltüre, während die häufigen Bärfallen in den Namen auf ehemalige Fallgruben weisen. In FlN auch für Mensch und Tier steile, gefährliche Geländestellen (ID. 1, 747 ff.; BENB 1, 1, 112).
Das Simplex ist als zer Fallen (1637, Ausserberg), t Fallä ‘die Fallen’ (Gampel) und in der Fallen (1701, Bratsch; identisch mit dem Beleg in Gampel) belegt; in Gampel schwankt der Name zwischen Singular und Plural. Die Simplizia geben nicht an, in Bezug worauf sich hier eine Falle befindet.
Mit attributiven Adjektiven sind belegt: t Alti Fallu ‘die alte Falle’ (Oberems), sowie zen Obren Fallen (1784, Gampel) und aŭf den ŭndren Fallen (1784 u. später, Gampel). Auch hier fehlen weitere Angaben zu den Fallen.
Als Grundwort ist das HL in zweigliedrigen Komposita mit mehreren Tiernamen verbunden: di Bärufalla ‘die Falle für Bären’ (Ried-Brig), di Bärufallu ‘die Falle für Bären’ (Niedergesteln, Saas-Balen, Saas-Fee), Bärufalle ‘die Fallen für Bären’ (FLNK u. LT, Ferden; SK Bärenfällen), dazu die Kurzformen ts Bärfel ‘die Bärenfalle (aber ntr.)’ (Oberwald), jm Berfell ‘in der Bärenfalle (aber ntr.)’ (Obergesteln), weiter zer Chalberfallu ‘bei der gefährlichen Stelle (Falle) für Kälber’ (Blatten), t Maaderfalla ‘die Marderfalle’ (Eggerberg), Maaderfalla ‘die Marderfalle’ (FLNK, Ausserberg), zer Marderuallun ‘bei der Marderfalle’ (1301, Mörel). Zweimal belegt ist der Typ Chnebelfalla ‘die Knebelfalle (Falle mit Rundhölzern für Gemsen)’ (Randa) und t Knebilfalle ‘die Knebelfallen (Fallen mit Rundhölzern für Gemsen)’ (Visperterminen).
Als Bestimmungswort tritt das HL in zweigliedrigen Komposita zusammen mit folgenden Grundwörtern auf: Schleif, Tschugge und Wald. Unklar ist t Fallucheera ‘die Kehren bei den Fallen / des Weges zur Faldumalp (unsicher)’ – es handelt sich um Kehren in einem steilen Weg zur Faldumalp, wo sowohl Fall (im Sinn von fallen), wie auch Falle f. oder gar eine sonst nicht belegte Form von Faldum (> Fallu) vorliegen kann.
Komplexere Konstruktionen finden sich vor allem mit dem Typ Bärufalla mit den Grundwörtern Grabu, Stapfa, Treich, Tritt, Wäg und Wang. Dazu kommt (den) hintern Berfelwald ‘(den) hinteren Berfelwald’ (1850, Obergesteln) zu Berfel ‘Bärenfalle’.
VSNB, Bd. 2, Sp. 118
Vorkommen
falla
- Bärufalla Ried-Brig
- Bärufalla Stapfe Ried-Brig
- Chnebelfalla Randa
fallä
- Fallä Gampel
falla
- Maaderfalla Ausserberg
- Maaderfalla Eggerberg
fallä
- Obru Fallä Gampel
- Undren Fallä Gampel
falle
- Bärufalle Ferden
- Falle Ausserberg
- Knebilfalle Visperterminen
fallen
- Fallen Bratsch
fallu
- Alti Fallu Oberems
- Bärufallu Niedergesteln
- Bärufallu Saas-Balen
- Bärufallu Saas-Fee
- Bärufallugrabu Niedergesteln
- Bärufalluwäg Saas-Fee
- Bärufalluwang Ferden
- Chalberfallu Blatten
- Fallucheera Ferden
- Falluschleif Steg
- Falluwald Gampel
- Falluwald Bratsch
fallun
- Bärufalluntreichi Ferden
- Bärufalluntritt Niedergesteln
- Falluntschuggä Steg
- Marderfallun Mörel
fel
- Bärfel Oberwald
- Hinner Berfelwald Obergesteln
fell (Falle)
- Berfell Obergesteln