Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Rein

Rein ‘Abhang, Rain’, auch Rei, ist zu schwdt. Rein u. ä. m./ n. ‘lang gestreckter Abhang, steiler und weniger breit als die Halde, aber weniger steil und breiter als das Bort’ (ID. 6, 979 ff.), amhd. rein ‘begrenzende Bodenerhöhung’ (ZINSLI 1984, 578) zu stellen. Das Verhältnis zu Rii ‘Abhang’ ist unklar (cf. HL RII). Das Simplex Rei n. kommt in Raron dreimal vor (ts Rei, ts Rei üf ‘der Abhang’ (zweimal), ‘den Abhang hinauf’). In Visperterminen (im Rei ‘im Abhang’) ist es einmal belegt, historisch auch in Randa (1745, Rein). Birgisch hat historisch einen Plural Reiner ‘die Abhänge’ (1760). Eine adjektivische Bildung weist Wiler mit t Eewigu Reina ‘die ewigen Raine’ auf (dazu cf. HL EWIG).

Als Grundwort in Komposita bildet Rein die Namen dr Alhurein ‘der sumpfige Rain’ (Ferden), historisch Im Laubirein ‘Rain beim Rutschgebiet’ (1845, Blatten), und den Ober und Under Walkurein (Kippel), wohl zu Walche ‘Walke’ zu stellen. In Wiler gibt es den Plural Tänn(e)rreina ‘die Raine beim Tänn (Tannenwald)’.

Als Bestimmungswort findet sich in Niedergesteln (e)Reinbord (das Bord am Rain) und historisch Raron zugeordnet das wohl gleiche Gebiet als Reinbordt (1723). In Inden ist Reihaltu ‘Rainhalde’ belegt. Alle drei Namen scheinen Interpretationen des nicht mehr verstandenen Rein ‘Abhang’ zu sein.

Einen schwierigen Fall bietet der historische Beleg an der Treinalp (1528), wo vermutlich eine Agglutination von t und Reinalp zu Treinalp vorliegt; dieser Name erhielt dann wiederum einen Artikel.

VSNB, Bd. 3, Sp. 439

Vorkommen

(e)rei

(e)rein

(e)reina

rei

rein

reina

reiner

trein