Chänatza
In Randa sind gleich nebeneinander die beiden Flurnamen t Chänatsa (Randa) und t Känetsa (Randa) belegt. Letzteres ist durch Agglutination des Artikels entstanden, die präpositionale Fügung heisst va der Chänetsa. Im ersten Fall kommt 1735 der Name einer Wasserleitung als die Kenitza vor, im zweiten Fall wird im 17. Jahrhundert vnder der Kenelschon notiert. Letzteres ist am besten durchschaubar: es handelt sich um eine in Holzkänneln verlaufende Wasserleitung (cf. HL CHÄNNEL) mit dem Suffix /-SCHA/-SCHU/. Die lebenden Namen legen eine Umdeutung nahe: aus dem durchsichtigen Kenelscha wird das weniger durchschaubare Chänatsa oder Chänetsa. Das entspricht einer Ableitung, die Randa auch in t Wiichertsa ‘die Wasserleitung zu den Wichje (Winkeln)’ kennt.
VSNB, Bd. 1, Sp. 326