Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Chanzel

Chanzel (m.) oder Chanzla (m., f.) ist zu schwdt. Chanzel m., f. schwdt. Chanzlen, wdt. Chanzla, Chanzlä, Chanzlu f. ‘Kanzel’, in Namen ‘hervorragender, aussichtsreicher Teil (Grat oder Platte), Vorsprung an einer Felswand, einem Hügel, zwischen anderen hervorragender Hügel’ (ID. 3, 377 f.; GRICHTING 1998, 47) zu stellen. Das Lemma tritt meist als Simplex Chanzel auf, fast immer maskulin und immer im Singular. Diminutiv ist der Typ Chanzelti. Adjektivisches Attribut tritt nur auf in der Grosse Kanzel (Salgesch). Als Grundwort kommt es zweimal vor: Straffilchanzil (‘die Kanzel mit Heuschrecken’, Erschmatt) und Rotafuchanzil (‘die Kanzel im Gebiet Rotafu (Ottafen)’, Leuk). Als Bestimmungswort wird es mit Bodu, Joch, Stei, und Tschuggu gebraucht. Gemeint sind Geländeformen, die wie eine Kanzel aussehen. Die Kanzel selbst als erhöhter Platz, von dem aus gepredigt wird, ist aus den Kirchen gut bekannt.

VSNB, Bd. 1, Sp. 328

Vorkommen

channsel

chanzel

chanzelti

chanzil

chanzilti

chanzla

chanzlet

chanzolti

chanzu

kanselti

kanzel

kanzil

kanzla