Buw
Buw ist zu schwdt. Būw, Bou m., wie allgemein nhd. ‘Bau’, ‘Bebauung des Feldes’, ‘die Zeit, in der das Feld bestellt wird, Frühling’, Buww Berner Oberland, Būw (W[allis] Dim. Bū(w)li) ‘Dünger, Mist’, mhd bū, -wes (ID. 4, 1945 ff.). GRICHTING (1998, 45) kennt es als Büü, Büw (Goms), Buiw (Lötschtal), Buww ‘Mist’. Gibiww ‘Gebäude’ ist zu Gebǖ(w) (ID. 4, 1961) zu stellen. Aus dem Hochdeutschen lautlich angepasst entlehnt ist der Typ Verbüwig ‘Verbauung’ für die Bauten zum Schutz vor Lawinen.
Die belegten Namen sind im Buͦwe (1399, Glis), ts Buwji (Ried-Brig’) und di Buwjini (Glis), wohl als ‘bebautes (kleines) Feld’ oder als ‘Feld mit Mist’ zu verstehen. ts Gibiww (Turtmann, auch FLNK Gibiw) meint ‘das Gebäude (Dorfteil von Turtmann mit einem unvollendeten Gebäude von Kaspar Stockalper)’. Der Typ Verbüwig ‘Verbauung’ ist als Simplex, Grundwort und Bestimmungswort belegt: t Verbuwwige ‘die (Lawinen-)Verbauungen’ (Grächen), t Verbüwunge ‘die (Lawinen-)Verbauungen’ (Grengiols), t Verbüüwig ‘die (Lawinen-)Verbauung’ (Leukerbad), di Dorfallmeiverbüübige ‘die (Lawinen-)Verbauungen in der Dorfallmei (gemeinsamer Besitz des Dorfes)’ (Leukerbad) (R. GRICHTING 1993 kennt nur Dorfallmey (Blatt 9, Nr. 15 und Blatt 22, Nr. 33)), t Lawiineverbüwige ‘die Lawinenverbauungen’ (Oberwald). Isoliert ist ein Genitiv Malaschiers Buve ‘der Bau des Malaschier (unklar, ob Gebäude oder bebautes Land)’ (1297, Visp). Und ganz anders t Anbüschlacht ‘die Anbauschlacht’ (Gampel, FLNK Ambüschlacht) – ein Stück Land in der Rottenebene, auf der im zweiten Weltkrieg Kartoffeln angebaut wurden.
VSNB, Bd. 1, Sp. 310
Vorkommen
bü
- Anbüschlacht Gampel
buowe
- Buowe Glis
buve
- Malaschiers Buve Visp
buwji
- Buwji Ried-Brig
buwwjini
- Buwwjini Glis
gibiww
- Gibiww Turtmann
verbüübige
- Dorfallmeiverbüübige Leukerbad
verbüüwig
- Verbüüwig Leukerbad
verbüwige
- Lawiineverbüwige Oberwald
verbüwigs
- Verbüwigswäg Oberwald
verbüwungä
- Verbüwungä Grengiols
verbuwwige
- Verbuwwige Grächen