Durscht
Durscht ‘Durst’ ist zu schwdt. Durst m., mhd. durst, ahd. durst, thu(r)st, allgemein wie nhd. ‘Durst’ (ID. 13, 1683 ff.) zu stellen, in FlN für dürre, trockene, wasserarme, der Sonne ausgesetzte Lagen. Bei GRICHTING (1998) fehlt das Wort seltsamerweise. Das gleich lautende mhd. turst ‘Kühnheit, Keckheit, Verwegenheit’ (LEXER 2, 1587) liegt wohl nur Geturstigen zu Grunde.
Das Simplex Durst n. ist 1345 in Mörel belegt; der Kontext gibt keinen weiteren Hinweis. Das Genus Neutrum hat hier vermutlich kollektive Bedeutung: ‘das trockene Gebiet’.
Als Bestimmungswort kommt das Lemma in Durschtbach ‘der wasserarme Bach’ und di Durschtbachsita ‘die Talseite, durch die der Durstbach fliesst’ (beide Ried-Brig) vor.
Vermutlich ein Diminutiv ist im Beleg auffm Turstiÿ ‘auf dem kleinen Durst’ (1731, Visperterminen) vorhanden; eine nähere Deutung lässt der Kontext nicht zu.
Das Adjektiv durschtig ‘durstig, wasserarm, trocken’ (ID. 13, 1867) ist vertreten in das Durstig Ried ‘das wasserarme Ried (gerodetes Gebiet)’ (1315 u. später, Visperterminen), jn dem Durstigen Riede ‘im wasserarmen Ried (gerodetes Gebiet) (1307, Stalden), di Durschtigu Situ ‘der wasserarme steile Grashang’ (Saas-Almagell). Die elaboriertere Form pratum des Geturstigen ‘die Matte des Tapferen’ (1310, Grächen) dürfte dagegen eher auf turstig ‘tapfer’ (ID. 13, 1689, mit Verweis auf mhd. (ge) turstec zurückgehen und hier als PN gemeint sein.
Vermutlich zum Verb dürsten ‘dürsten, durstig sein’ (ID. 13, 1688 f.) ist Dirschtuloch ‘die wasserarme Höhlung’ (Termen) zu stellen.
VSNB, Bd. 2, Sp. 40
Vorkommen
dirschtu
- Dirschtuloch Termen
durscht
- Durschtbach Ried-Brig
- Durschtbachsita Ried-Brig
durschtigu
- Durschtigu Situ Saas-Almagell
durst
- Durst Mörel
durstig
- Durstig Ried Visperterminen
durstigen
- Durstigen Ried Stalden
geturstigen
- Geturstigen Grächen
turstji
- Turstji Visperterminen