Brüech
Das Lexem Brüech ist zu schwdt. Bruech, ahd. bruoh stnm. ‘Sumpf, Moor’, mhd. bruoch snm. ‘Moorboden, Sumpf’ zu stellen, es handelt sich um ein vornehmlich mittel- und niederdeutsches Wort (ID. 5, 385; TGNB 2, 2, 96); dazu passt allerdings nicht, dass schon STALDER (1, 232) Bruch mit der Bedeutung ‘Morast’ kennt. In unserem Kontext kennzeichnet Brüech wohl einfach feuchte, morastige Stellen. Ein Diminutiv Plural Briechjini ‘die sumpfigen Wiesen’ (Törbel)’ ist das einzige Vorkommen als Simplex. Weiter ist es Bestimmungswort in Bruochaker ‘der Acker im Sumpfgebiet’ (12?? u. später, Ried-Brig; zunächst als Bruechacsquere), di Brüochachra ‘Äcker im Sumpfgebiet’ (Eggerberg), daz Brvͥkerakerli ‘der kleine Acker im Sumpfgebiet’ (1300, Visperterminen), und di Brüechmatta ‘die Wiese im Sumpfgebiet’ (Baltschieder, auch FLNK). Ableitungen mit Kollektivcharakter sind Brüochete ‘Sumpfgebiete’ (Visperterminen) auf /-ETE/ (SONDEREGGER 1958, 482) und Brüechere ‘Sumpfgebiete’ (Erschmatt) auf /-ERE/ (SONDEREGGER 1958, 471 ff.).
VSNB, Bd. 1, Sp. 291
Vorkommen
briechjini
- Briechjini Törbel
brüech
- Brüechmatta Baltschieder
brüechere
- Brüechere Erschmatt
brueker
- Bruekeracherli Visperterminen
bruoch
- Bruochacher Ried-Brig
brüoch
- Brüochachra Eggerberg
brüochete
- Brüochete Visperterminen