Bietsch
Bietsch ist als Bach-, Berg- und Talname vor allem im südlichen Teil des Bezirkes Westlich-Raron vertreten; dazu kommen vereinzelte Nennungen in Baltschieder. Das Simplex ist nur in der Form ts Bietschi belegt, das in Raron identisch ist mit dem Bietschbach, in Niedergesteln einen Kanal in der Rottenebene und sein Umfeld bezeichnet, in Baltschieder das Bietschhorn meint. Die ältesten Belege in Raron haben in monte qui dicitur Biehc (1233 (1234)), wobei monte hier wohl ein bergwärts gelegenes Gebiet meint (und kaum das Horn), in Byech ‘im Bietschtal’ (1280 (ca.)), jn valle de Biechsh ‘im Bietschtal’ (1298), siti ex illa parte Bieschun iuxta Rodanum ‘gelegen auf der anderen Seite des Bietschi neben dem Rotten’ (1300), wobei hier das Bietschi in der Rottenebene gemeint ist. In Niedergesteln ist 1301 in Biehcs erwähnt, wobei der Kontext wieder das Bietschtal meint, aquam cui dicitur Byecha ‘das Wasser, das man Bietscha nennt’ (1351–1365), aquam cui dicitur Byocha ‘das Wasser, das man Bietscha nennt’ (1387) – im Kontext beide für den Bietschbach. Die Belege deuten darauf hin, dass eine ältere Form biehc zum franz. bief ‘Kanal, Bach’ (GPSR 2, 387ss. und weitere Literatur 389) vorliegt. Die zitierte Form Byecha für den Bietschbach ist weder lebend noch bei GPSR belegt, enthält aber eine Endung für Flussnamen, die auch in Lodenza ‘Lonza’ usw. vorkommt.
Mit einer Präposition verbunden ist der Beleg hinner dum Bietschi ‘hinter dem Bietschi (Bietschbach)’ (Raron). Es handelt sich um einen Rebenhang, der von Raron aus gesehen hinter dem Bietschbach liegt, der hier am Dorfkern von Raron vorbeifliesst.
Mit attributiven Adjektiven sind belegt ts Gross Bietschi ‘das grosse Bietschi (Kanal in der Talebene)’ (Niedergesteln), ts Chlein Bietschi ‘das kleine Bietschi (Kanal in der Talebene)’ (Niedergesteln, zweimal). SK (1892) zeigt den Kanal schon, der wohl vom Bietschbach und vom Rotten gespeist wurde. In Steg und Hohtenn wird der gleiche Kanal ts Gaaldi genannt. Komplexer sind ts Ober und ts Unner Bietschisand ‘der obere und der untere Teil des Sandgebietes des Bietschbaches’ (Raron; Wiesen in der Rottenebene) und dÿ Obre Bietzwasserleitta ‘die obere Wasserleitung aus dem Bietschtal’ (1420, Ausserberg).
Das HL ist auch in di Bietschi Binu ‘der Pflanzplatz am Bietschi (Entwässerungskanal in der Rottenebene) (auch Teiffi Biina)’ (Niedergesteln) enthalten.
Als Bestimmungswort kommt Bietsch in zweigliedrigen Komposita mit den Grundwörtern Alpa, Bach, Gartu, Gletscher, Hooru, Joch, Jegi, Matta, Rüüs und Tal vor. Bietschi ist mit den Grundwörtern Hitta, Loch, Rand, Sand, Stüde und Wäg vertreten. In Wiler ist Biätsch mit Gletscher und Hooru verbunden.
Komplexer sind weiter Bietschtalbrigga ‘die Brücke (der BLS) über das Bietschtal’ (FLNK, Raron), Bietschtaltunnel ‘der Tunnel (der BLS) beim Bietschtal’ (FLNK, Raron) und zer Bietschhorihitta ‘bei der Bietschhornhütte (LT Bietschhorn H. AACB (Akademischer Alpenclub Bern), Hütte am Bietschhorn)’ (Wiler).
VSNB, Bd. 1, Sp. 207
Vorkommen
biätsch
- Biätschgletschär Blatten
- Biätschhoren Blatten
- Biätschhorihittu Wiler
bietsch
- Bietschalpa Ausserberg
- Bietschbach Raron
- Bietschgäärtu Raron
- Bietschgletscher Raron
- Bietschhorn Baltschieder
- Bietschhoru Raron
- Bietschjägi Raron
- Bietschjoch Wiler
- Bietschmatta Raron
- Bietschruns Raron
- Bietschtal Raron
- Bietschtalbrigga Raron
- Bietschtaltunnel Raron
- Ober Bietschwasserleita Ausserberg
bietschi
- Bietschi Raron
- Bietschi Raron
- Bietschi Niedergesteln
- Bietschi Baltschieder
- Bietschi Hohtenn
- Bietschi Biinu Niedergesteln
- Bietschihitta Raron
- Bietschiloch Raron
- Bietschirand Raron
- Bietschisand Raron
- Bietschisänder Niedergesteln
- Bietschistüde Raron
- Bietschiwäg Raron
- Chlein Bietschi Niedergesteln
- Chlein Bietschi Niedergesteln
- Gross Bietschi Niedergesteln
- Ober Bietschisand Raron
- Unner Bietschisand Raron