Ding
Ding n. ist zunächst belegt als Dingstüel ‘Dingstuhl’, sowie ufum Grossu Dingstüel und ufum Chleinu Dingstüel (alle St. Niklaus) zu schwdt. Dingstüel ‘Gerichtsstuhl’ (ID. 11, 324); das wdt. Ding ‘Ding, Gelände’ (GRICHTING 1998, 58) ist nicht einschlägig. Die Namengebung entspricht wohl dem häufigeren Chäiserstüol ‘Kaiserstuhl’ (Ried-Brig), als Metapher für einen Hügel. Wohl von Dingstüel abgeleitet ist di Dinglowwina ‘das Rutschgebiet beim Dingstüel’ (St. Niklaus). Historisch ist 1310 auch in Stalden de Dynglowinun ‘von der Dinglowina’ belegt, vermutlich auch zu einem sonst nicht belegten Ding als ‘Richterstuhl’. Schwdt. Ding n. ist in der Rechtssprache das ‘Ergebnis einer Gerichtsverhandlung, einer Rechtshandlung, für rechtliche Bestimmungen massgebendes Verhältnis’, ahd. thing, ding n., mhd. dinc n. (ID. 13, 470 ff.) und auch der Ort, wo Gericht gehalten wurde.
VSNB, Bd. 2, Sp. 15
Vorkommen
ding
- Chleinu Dingstüel St. Niklaus
- Dinglowinon Stalden
- Dinglowwina St. Niklaus
- Dingstüel St. Niklaus
- Grossu Dingstüel St. Niklaus