Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Schweibu

Schweibu f. ist mehrfach belegt, erstmals 1305 als Sweybun (Eisten), 1343 dy Sweybe (Goppisberg) und 1397 in der Sweybon (Bister). Auch in Termen ist es 1402 als Sweýba erwähnt, 1400 jedoch als Swebuͦn – beide als Wasserleite. Der Name ist also alt, vermutlich gebildet zu einem Verb mhd. sweiben, nhd. schweiben ‘schwanken, schweben’ (GRWB 15, 211). ID. (9, 1720) kennt das Verb schweiben ‘sich schwingend hin und her bewegen’ (und weitere, damit verbundene Bedeutungen) und das Nomen Schweib, Schweiben (ID. 9, 1719) mit mehreren Bedeutungen, die das Wörterbuch auch auf verschiedene Arten der Bewegung zurückführt; es erwähnt auch ONN, darunter den von Eisten, ohne eine Deutung zu geben.

Die meisten Belege bezeichnen Alpen: t Schweibe (Betten), Schweibe (Goppisberg), dazu t Obru Schweibe und t Undru Schweibe (beide Goppisberg) – diese Alpen befinden sich am gleichen Ort in der Umgebung der Bettmeralp. In Grächen sind 1833 die Getheilen von Schweiben erwähnt – unklar, ob es sich um Geteilen einer Alp handelt oder einer Wasserleitung. In Eisten ist Schweibu ein Weiler auf ca. 1680 m, also eher eine Voralpe, während in Stalden 1553 in monte apud Schweybun zu lesen ist, mit monte ist eine Alp gemeint.

Einen Zusammenhang mit Wasserleitungen oder Wasserfuhren gibt es bei t Schweiba (Ried-Brig, Name einer Wasserleitung), dann 1402 Sweýba (Termen) als “aqueductu” bezeichnet (also Wasserleitung, wohl die gleiche wie in Ried-Brig). Bister hat 1397 aque in der Sweybon ‘des Wassers in der Schweibe’ – hier könnte eine Wasserleitung gemeint sein, das ist aber nicht ganz sicher.

Als Bestimmungswort kommt Schweibu vor mit Bach, Flüö, Matta und Wald. Hinzu kommt das komplexere Schweibwaldkapälla (Eisten). Alle Komposita befinden sich in der Nähe eines Ortes Schweibu. Unklar ist der historische Beleg an die alte Schweibenfadung (1702, Ried-Brig), wo wohl die Fassung der Wasserleitung Schweiba gemeint ist. Eine präzisere Deutung der Namen verbietet sich; wir gehen aber davon aus, dass die wellenförmige Gestalt des Geländes und der Wasserfuhren gemeint ist.

VSNB, Bd. 4, Sp. 135

Vorkommen

schweib

schweiba

schweibe

schweiben

schweibu

schweibun

sweyba

sweybon