Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Daalu

Daalu ‘Dala’ f. ist der Bach, der von Leukerbad nach Leuk in den Rotten fliesst und dabei im unteren Teil eine tiefe Schlucht bildet. Das Simplex ist in di Daalu (Leuk), zer Daalu (Albinen FLNK Dala; Varen), Dalu (FLNK, Leukerbad; SK u. LT Dala), in Dala (1512 u. später, Inden) belegt. JACCARD (1906, 128) setzt den Namen zu den Daliterni ‘Einwohner der Umgebung der Dala’ und vermutet keltischen Ursprung, ohne weitere Deutung. Historisch erscheint der Name als Dala (1381 Leuk; 1416 und 1417 Dale (Genitiv)). Weitere historische Belege zeigen durchwegs Dala, häufig auch als lat. Form dekliniert. Das Gebiet weist frpr. Namen auf, eigentlich deutsche Namen sind erst spät (16./17. Jahrhundert) belegt. GPSR (5, 5 s. v. dalle ‘Steinplatte’) kennt den Namen als Flussnamen im waadtländischen Teil des Rottens. Allerdings bringt FEW (23, 23 s. v. dalle) keine Deutung. Deswegen bleibt der Name unsicher, ist aber mit Sicherheit vordeutsch.

Ursprünglich lateinische oder frpr. Konstruktionen enthalten: Golam de Dala (1355, Leuk; später Gulam), hier wohl ‘Schlucht’, lo Boiz de Dala (1328, auch Beiz), wohl ‘Dalawald’, Pra de Dala ‘die Wiese bei der Dala’ (1706, Leuk), Pro de Dala ‘die Wiese bei der Dala’ (1693, Albinen), Saxa de Dala ‘die Felsen der Dala’ (1490, Varen), Saxum de Dala (1294, Leuk; später auch Saxa de Dala) ‘die Felsen der Dala’, Viam de Dala ‘der Weg zur Dala’ (1285, Leuk). Lebend ist auch Pralidaalu ‘die Wiese bei der Dala’ (Leukerbad, FLNK Pradidalu) belegt, ursprünglich wohl ‘die Wiese bei der Dala’ (R. GRICHTING (1993, Blatt 9, Nr. 67 und Blatt 10, Nr. 33).

Später kommt der Bachname als Grundwort wie folgt vor: t Lämmeradalu ‘die Dala aus dem Lämmertal’ (Leukerbad; bei R. GRICHTING (1993) nicht belegt), Bannschidala ‘die Dala (Flussname) aus dem kleinen Bann-Gebiet’ (Albinen; MATHIER (2006, 27 Nr. 12)).

Als Bestimmungswort erscheint das HL in zweigliedrigen Komposita zusammen mit Brigga, Gletscher, Loch und Wärch. Komplexer sind superius Acueductum Dale Jllorum de Sarqueno ‘oberhalb der Wasserleitung der Dala der Leute von Salgesch’ (1524, Salgesch), di Daaluwasserleitu ‘die Wasserleitung von der Dala her’ (Varen). Ein noch komplexerer Name findet sich im Beleg consortum novi aqueductus dale ‘der Konsorten der neuen Wasserleitung der Dala’ (1501, Leuk). Der lat. Name CONSORTES meint auf dt. Geteilen. Ebenfalls komplex ist der Name die Obre Dal Matten ‘die obere Wiese bei der Dala (Fluss)’ (16(9)7 u. später, Albinen).

VSNB, Bd. 2, Sp. 1

Vorkommen

daalu

dala

dale

dalen

dalu