Bloos
Das Adjektiv bloos ist zu schwdt. blōss ‘nackt, unbedeckt’, vom Erdboden, ein brachliegender Acker z. B., nackt, kahl, ohne Bäume von einem Berg, Haus; mhd. blōß und wdt. blooss ‘nackt, bloss’ (ID. 5, 155 f.; GRICHTING 1998, 39) zu stellen. Eine /-I/-Ableitung dazu findet sich unter dem HL Bleessi ‘Blösse’. Bei Plozen im historischen Beleg Plozenbuele (1300, Baltschieder) könnte es sich von der Form her möglicherweise auch um einen PN handeln. Das Adjektiv tritt attributiv mit den HLL Biel, Egg(a) und Hooru auf. Als Bestimmungswort erscheint es mit den HLL Biel und Stei. Komplexer ist es in Bloosbielschleif ‘der (Holz-)Schleif beim blossen Hügel’ (FLNK, Gampel).
Ganz unsicher ist Blomattu ‘die ?-Wiese’ (Saas-Fee); eine Assimilation Bloss+Mattu zu Blomattu ist sehr ungewöhnlich. Rein spekulativ liesse sich Be-Loo(n)-Mattu ‘Wiese, die gegen Lohn gemäht wird’ oder ‘die Wiese, die beim Wald steht’ ansetzen, aber dafür gibt es keine weiteren Belege. Die Deutung bleibt also unklar.
VSNB, Bd. 1, Sp. 246
Vorkommen
blo
- Blomattu Saas-Fee
bloo
- Bloostei Bitsch
bloos
- Bloosbiel Gampel
- Bloosbielschleif Gampel
blooss
- Blooss Biel Raron
bloss
- Bloss Hori Naters
blossen
- Blossen Bielen Ausserberg
blosson
- Blosson Egga Mühlebach
plozen
- Plozenbiel Baltschieder