Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Chäller

Namengebend sind fast immer die Käsekeller der Alpen, die aber nur Chäller genannt werden (cf. RÜBEL 1950, 2, 79 f.). Das Wort ist zu schwdt., wdt. Chäller m. ‘Keller’, mhd. keller (ID. 3, 203 f.; GRICHTING 1998, 47) zu stellen. Neben dem Simplex Chäller findet man Alte Chäller ‘der alte Keller’ (z. B. Ulrichen, Steinhaus, Binn, Zeneggen usw.), im /l/-Vokalisierungsgebiet als Aute Chäuuer. In einigen Fällen wird Zugehörigkeit durch ein Bestimmungswort ausgedrückt wie Bieligerchäuer ‘der Keller der Leute von Biel’ (Biel), Bischmärchäller ‘der Keller der Leute von Bister’ (Bister) oder Lengeschäller ‘der Keller der Lengesalpe’ (Oberwald). Auch Besitzernamen kommen vor: ts Jaasch Chäller ‘der Keller des Jan (PN)’ oder Tschampigchäller ‘der Keller der Familie Tschampen’ (Binn). Nur selten sind andere Arten von Kellern gemeint, wie etwa Schitzuchäller ‘der Keller der Schützenzunft’ (Visperterminen) oder ts Wiichällerli ‘der kleine Weinkeller’ (Stalden). Als Bestimmungwort erscheint das Lemma selten: Kellerboden ‘der Boden mit einem Keller’ (Oberems), Kellergraben ‘der Graben bei einem Keller’ (Zeneggen) oder Chällerflüe ‘Fluh mit einem Keller’ (Inden, Varen), wobei im letzten Fall der Keller wohl eine (ev. zugemauerte) Höhle im Fels ist. Komplexere Namen wie Chäuerwäälji ‘der kleine Wald beim (Käse-)Keller’ (Biel) sind selten. Auffällig ist eine komplexe Bildung Chäller uf de Tossjene ‘der Keller auf den kleinen Felsen’ (Ulrichen), wo zwei Namen mit einer Präposition verbunden sind. Viele der (Käse-)Keller sind übrigens heute zerfallen, weil sie nicht mehr gebraucht werden; zu ihrer Ausstattung siehe V. SCHMID 2003, 65 f.

VSNB, Bd. 1, Sp. 323

Vorkommen

chällär

chäller

chällerli

chällerlini

chäuer

chäuere

chäuerli

cheller

käller

käuer

keller

kellerninun