Ambja
Ambja f. ‘Himbeere’ ist zu schwdt. Ampen f. ‘Brombeere, Himbeere, unterschieden durch die Attribute schwarz oder rot’, wdt. Ampju, f. ‘Himbeere’ (ID. 1, 239; GRICHTING 1998, 26) zu stellen; der Flurname meint wohl ein Gebiet mit Himbeeren. Es handelt sich um ein Etymon vorromanischen Ursprungs. Zur Verteilung siehe GPSR (1, 446 f., s. v. a̩npou̯a ‘Himbeere’). Das HL ist nur belegt in t Ambja (Termen; LT Amja) und den dazu gehörenden der Amjugrabo, Amjigrabo (FLNK) und Amjuheeji ‘die Höhe bei der Ambja’ (FLNK) alle in Termen. Seltsamerweise hat die Karte 1:10000 die Form Anjegraben; es ist unklar, ob hier ein Druckfehler oder eine falsche Form vorliegt. Die historischen Belege beim lebenden der Amjugrabo weisen auf ein ursprüngliches Amýlgraben (1400 u. später, Termen, auch Amilgraben). In Ambju liegt also vermutlich eine Palatalisierung des /l/ vor. GPSR (1, 447) weist darauf hin, dass eine Form mit /l/ nur im Osten des Wallis (romanisches Wallis) auftrete; das Vorkommen des HL in Termen scheint ein Reflex dieser Form zu sein.
VSNB, Bd. 1, Sp. 107