Totz
Totz ist zu schwdt. Totz m., Pl. Tötz bzw. -e-, Totzen bzw. -a-, Tötzen bzw. -e-, ‘Stück Holz, Baumstrunk’, Synonym Chlotz und wdt. Tozz ‘Baumstamm, Stapel’ (ID. 13, 2265 ff.; GRICHTING 1998, 196) zu stellen. Es fällt auf, dass weitaus die meisten Belege aus dem Bezirk Leuk stammen. Die Form Tätz für den Plural ist auf Leukerbad beschränkt; ob sich hier in jüngerer Zeit eine offenere Lautung (z. B. Fälshoru ‘Felshorn’ bei R. GRICHTING 1993, Blatt 27, Nr. 2) durchsetzt, ist unklar. Ein Plural zu Tatz ‘Tatze’ (ID. 13, 2258) liegt nicht vor (cf. LT Illtötze als Beispiel für einen Plural).
Das Simplex der Totz ‘der (Fels-)Block’ (Törbel), ist nur einmal belegt.
Mit attributiven Adjektiven sind belegt Gälbe Totz ‘der gelbe (Fels-)Block’ (FLNK Salgesch, LT Gelber Totz, zweimal belegt, aber an verschiedenen Stellen), der Rot Totz (Gipfelname, dazu historisch lat.: lapis rubens) und mehrfach in Leukerbad (alle bei R. GRICHTING Blatt 22, Nr. 8, Blatt 26, Nr. 8, Blatt 15 Nr. 6 und Blatt 16, Nr. 3). Hierzu gehört Rot Totz Licku ‘die Lücke (Fusspass) beim rote Totz’ (FLNK, Leukerbad; LK Rote Totz-Lücke).
Als Grundwort erscheint das HL meistens mit naheliegenden Fluren: Cholitotz ‘der (Fels-)Block beim Choli (wohl Ort, wo Holzkohle gebrannt wurde)’ (FLNK, Inden), t Illtätz ‘die (Fels-)Blöcke bei der unteren Ill-Alpe’ (Leuk; FLNK Illtotz; LT Illtötze), der Mäschlertotz ‘der (Fels-)Block oberhalb des Mäschler’ (Leuk), Mintunierutotz ‘der (Fels-)Block oberhalb der Alpe Mintuniere’ (Leukerbad), der Pralipieritotz ‘der (Fels-)Block bei der Wiese mit dem Felsen’ (Varen), der Schwingjitotz ‘der (Fels-)Block beim Schwingjiboden (Boden, der einer Schwinge gleicht)’ (Gampel), Tschaajetutotz ‘der (Fels-) Block bei der Alpe Tschaetu (Tschajetu)’ (Varen). Beim Gitzitotz ‘der (Fels-)Block für die Ziegen / der einer Ziege gleicht’ (Varen) ist die Deutung unklar. Die Belege Määlgitetz, resp. Mälgitetz ‘die (Fels-)Blöcke mit Mehlbeersträuchern’ (Hohtenn, Steg) beziehen sich auf dort wachsende Pflanzen (vermutlich SORBUS ARIA, vgl. LAUBER / WAGNER / GYGAX 52014, 280).
Als Bestimmungswort kommt das HL vor in Tätzmattä ‘die Wiese mit Felsblöcken’ (Leukerbad, so auch bei R. GRICHTING 1993, Blatt 3, Nr. 5), ts Totzloch ‘das Loch beim (Fels-)block’ (Hohtenn) und Tottzwasserleyta ‘die Wasserleitung vom / zum Totz’ (1399, Simplon).
VSNB, Bd. 4, Sp. 361
Vorkommen
tätz
tetz
- Määlgitetz Hohtenn
- Mälgitetz Steg
totz
- Cholitotz Inden
- Gälbe Totz Salgesch
- Gelber Totz Salgesch
- Gitzitotz Varen
- Laagiltotz Oberems
- Mäschlertotz Leuk
- Mintunierutotz Leukerbad
- Pralipieritotz Varen
- Rot Totz Leukerbad
- Rot Totz Leukerbad
- Rot Totz Leukerbad
- Rot Totz Leukerbad
- Rote Totz-Lücke Leukerbad
- Schwingjitotz Gampel
- Totz Törbel
- Totzloch Hohtenn
- Totzwasserleita Simplon
- Tschaajetutotz Varen