Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Brot

Die Namen mit Brot sind zu schwdt. Brōt n. ‘Brot’ (ID. 5, 923 ff.) zu stellen. FlN mit Brot können sich auf die besondere Fruchtbarkeit der Flur, aber auch auf den Zins in Form von Brot beziehen (TGNB 2, 2, 95). Weiter sind belegt schwdt. Morgen-Brōt ‘Morgenessen’ (ID. 5, 979 f.) und schwdt. Abend-Brōt ‘frugales Abendessen, meist aus Brot und Wein’ (ID. 5, 952). Laut RÜBEL (1950, 84) sind die Bezeichnungen morgudbrōt und ābundbrōt im Saastal und in Törbel geläufig (für die Mahlzeit des Viehs!). Brot bezeichnet hier wohl eine Mahlzeit, die an einer bestimmten Stelle genommen wird, oder es wird dann als Vergleich verwendet (‘von der Form eines Brotes’). Die meisten unserer Belege stammen aus dem Vispertal: ts Abundbrodeggilti ‘die kleine Ecke, bei der man das Abendbrot nahm (laut Gwp.)’ (Visperterminen), der Aabundbroodstei ‘der Stein, bei dem man das Abendbrot nahm’ (Randa), ts Leid Morgundbrootji ‘der hässliche kleine Ort, der für die Morgenmahlzeit des Viehs reicht’ (Saas-Almagell), ts Broodtschuggji ‘der kleine Fels, der aussieht wie ein Brot / bei dem man einen Imbiss nahm’ (St. Niklaus), ts Brodtschuggji ‘der kleine Fels, der aussieht wie ein Brot, bei dem man einen Imbiss nahm’ (Törbel) (die beiden Belege liegen klar an verschiedenen Stellen), di Broodtschuggjini ‘die kleinen Felsen, die aussehen wie in Brot / bei denen man einen Imbiss nahm’ (Täsch; andere Stelle als Törbel und St. Niklaus). Unklar sind die Ableitungen die Brodtla ‘der Ort, der wie ein Brot aussieht’ (1497, Obergesteln) und Klein Brotgjen Aua ‘die Au, die wie ein kleines Brot aussieht’ (1617, Filet). Das erste enthält /-LA/, ein Suffix, das mehrere Bedeutungen hat – hier aber unklar ist; das zweite ist ein Diminutiv, vermutlich zu einer metaphorischen Verwendung (‘wie ein kleines Brot’).

VSNB, Bd. 1, Sp. 285

Vorkommen

brod

brodtla

brood

brootji

brotgien