Fächt
Fächt m. ist zweimal als der Fächt (Simplon, auch LT) belegt. JORDAN (2006, 94, 192) kennt die beiden. Historisch ist 1624 in Ried-Brig Wider Fächt als Name eines Besitztums in ts Bru (Teil der Mäderalp?) benannt. Vermutlich handelt es sich um eine Abstraktbildung zum Verbum fëchten ‘sich ängstlich bemühen, eifrig arbeiten; sich beeilen Etwas fertig zu bringen; sich lebhaft bewegen; streiten, zanken’ (ID. 1, 663 ff.). Zu Wider Fächt ist das Verbum widerfëchten ‘Widerstand, Gegenwehr leisten; angreifen, bestreiten’ (ID. 1, 667) zu stellen. Das bei RÜBEL (1950, 101 f.), ID. (15, 597 ff.) und als Wider, Widr, Widär (Goms), Widri oder Widär (GRICHTING 1998, 238) belegte Wider ‘Widder, Schafbock’ ist wohl nicht einschlägig. Das ID. (1, 661) kennt Fächt ‘gesetzliches Mass’, das kaum hieher gehört. In allen Fällen ist wohl ein Ort gemeint, den man mühsam erreicht. Dadurch würde auch das Genus maskulin erklärt.
Anders sieht es BENB (1, 1, 122). Es verweist auf PN Fecht, der allerdings in Saanen (so BENB) nicht belegt sei, sowie auf Fächt f. ‘einer Person rechtmässig zukommender Anteil’ (Erbe) (ID. 1, 661) oder Fecke ‘Fittig, Flügel’ (ID. 1, 728 ff.). Alle drei sind für Simplon problematisch, wie die Beschreibungen von JORDAN und die Karten zeigen. Fächtleren wird weiter von SONDEREGGER (1958, 53) zum FaN Fächter gestellt, der im Oberwallis nicht belegt ist.
VSNB, Bd. 2, Sp. 100
Vorkommen
fächt
- Fächt Simplon
- Fächt Simplon
- Wider Fächt Ried-Brig