Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

Datenbank (Webversion)
Hauptlemma

Dach

Dach n. ist zu schwdt Dach n., Pl. Decher, Dächer, wesentlich wie nhd. Dach an Gebäuden, ahd. tāha, mhd. tāhe, dach, techen und wdt. Tach ‘Dach’ (ID. 12, 173 ff.; GRICHTING 1998, 192) zu stellen. Das Simplex allein kommt nicht vor.

Als Kompositum ist der Typ Schäremdach n. ‘Vordach oder selbständiger Bau, Schutzdach für das Alpenvieh’ (ID. 12, 186) belegt. Er kommt vor als ts Schärutach ‘das Dach, das Schutz bietet’ (Baltschieder), tsch Schäärutach ‘das Dach, das Schutz bietet’ (Eggerberg), ts Schäärutach ‘das Dach, das Schutz bietet’ (Eyholz), Schärutach ‘das Dach, das Schutz bietet’ (FLNK, Visp). Dazu kommt ein vorangestellter Genitiv beÿ Christen Andres Scherentach ‘bei Christen Andres’ Schermdach (Schutzdach)’ (1703, Zeneggen) und der komplexere Beleg ts Schärutachschiirli ‘die kleine Scheuer beim Schärutach (Dach, das Schutz bietet)’ (Baltschieder). Der Typ kann auch metaphorisch für ein Gebiet stehen.

Nur einmal belegt ist ts Unnertach ‘der Dachboden (metaphorisch: das Gebiet gleicht einem Dachboden)’ (Leuk). Im Wallis wird Underdach oder Unnerdach für ‘Dachraum, Estrich’ oder ‘Dachboden, Estrich’ (ID. 12, 181; V. SCHMID 2003, 211) gebraucht. Beim Flurnamen handelt es nicht um einen Dachboden, sondern um etwas, das einem Dachboden gleicht.

VSNB, Bd. 2, Sp. 3

Vorkommen