Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Chloos

Chloos ist in Chlosi (Naters) und damit gebildeten Namen, in Kloosmatte (Glis) sowie in Chlosnere (Grengiols) vertreten. Für die Deutung bieten sich zwei Lemmata an: zum einen Chloos ‘Klumpen’ (GRWB 11, 1244 ff. s. v. Klosz), das bei ID. 3, 698 nur in spezifischeren Bedeutungen verzeichnet ist, zum anderen Chlūs, (ID. 3, 699), wo Chlōs für eine Klause verzeichnet ist (zum Nebeneinander der Formen siehe SONDEREGGER 1958, 140 f., der deutlich macht, dass Formen mit -o- kirchlich bedingt sind, was in unserem Kontext eher unwahrscheinlich ist; das zugehörige Wort wäre Chlooschter ‘Kloster’).

Chlosi in Naters könnte als ‘kleiner Felsklumpen’ verstanden werden. Als Bestimmungswort tritt es auch in Chloosibach ‘der Bach, der am Chlosi vorbei nach Naters fliesst’, Chlosichi ‘die Schlucht beim Chlosi’ und bim Chlosischiirli ‘bei der kleinen Scheuer im Chlosi’ (beide Naters) auf. In Glis ist t Kloosmatte ‘die Wiesen in der Form eines Chloos (Klumpen, Klotz)’ belegt, ohne sichere Zuordnung. Ze Chlosnere (Grengiols) ist als Plural zu verstehen ‘bei den Leuten im Chloos (Klumpen?)’. Eine vergleichbare Form bei SONDEREGGER (1958, 142) wird zu einem Chlos, verstanden als Frauenkloster, gestellt, was für Grengiols nicht zutrifft. Die Form wird hier als Dativ Plural einer /-ER/-Ableitung (hier wohl Herkunftsname) verstanden.

VSNB, Bd. 1, Sp. 355

Vorkommen

chloosi

chlosi

chlosnere

kloos

klosi