Gondo
Gondo ist der heutige Name des grössten Ortsteils von Zwischbergen (amtlicher Gemeindename), früher in älteren Texten auch Rudu (Ruden) genannt. Der Name ist nicht sicher gedeutet. JACCARD (1906, 193) stellt ihn einerseits zu it. gonda ‘vase à boire’, anderseits zu bündnerromanisch ganda ‘Geröllhalde, Steinhaufen; Erdrutsch’ (RN 2, 159), was laut KRISTOL ET AL. (2005, 995 f.) nicht zutreffen kann, da ganda feminin ist. KRISTOL ET AL. (2005, 995 f.) denken an eine Herleitung aus canthus ‘Rand, Ecke’, einem Wort, welches im Bündnerromanischen in der Bedeutung ‘Stutz, steiles Wegstück’, ‘vorspringende, abschüssige Kante im Gelände, Hügelkamm, Anhöhe’ weiterlebt und auch galloromanisch belegt ist (vgl. RN 2, 72; FEW 2, 227). Dagegen spricht, dass Gondo im piemontesisch-lombardischen Dialektgebiet liegt. OLIVIERI (21961, 263 s. v. gonte) kennt auch ein Gondo als germ. PN. PETRINI (1993, 86 s. v. cant) nennt aber keinen derartigen Namen mit einem /o/ in der betonten Silbe.
Neben Gondo (Zwischbergen) nennt FLNK Gondo-Ruden, also mit dem alternativen Namen des Ortsteils. Das Grundwort kommt auch in Dogana Gondo (LT, Zwischbergen) vor, Name der Zollstelle an der italienischen Grenze. Als Bestimmungswort kommt das HL in di Gonndoschlucht ‘die Schlucht (der Doveria) bei Gondo’ (Zwischbergen) vor; eine steile Schlucht, die erst durch die Ingenieure und Arbeiter Napoleons begehbar gemacht wurde (ARNOLD 1984 [1947], 173 ff.).
VSNB, Bd. 2, Sp. 323
Vorkommen
gondo
- Dogana Gondo Zwischbergen
- Gondo-Ruden Zwischbergen
gonndo
- Gonndo Zwischbergen
- Gonndoschlucht Zwischbergen