Beggi
Beggi ist ein unklares Lemma, das zunächst vom Alpnamen Ze Begginu (Ried-Brig) abzuleiten ist. der Peggo (1680, Zwischbergen) kann mangels weiteren Angaben nicht gedeutet werden (ev. zu it. becco ‘Bock’?). In Eischoll, Niedergesteln und Raron ist ts Pägguried belegt; für Eischoll hat SK Beckenried, also die Schreibweise für die Gemeinde Beckenried (NW), deren {ck} lautlich als velare Fortis /gg/ realisiert wird. NWNB (3, 1683–1688) nimmt einen PN Becco oder ähnlich an. Das ergibt allerdings Probleme mit dem offenen /ä/ in Niedergesteln und Raron, das auf ein germ. ë oder einen Sekundärumlaut hindeutet, aber wiederum dem geschlossenen /e/ in Ze Begginu widerspricht (die gleiche Verteilung zeigt aber Messer in SDS 1, 29). Wir stellen die Belege hier zu einem PN Päggu. Es bleiben Nesselbeggi ‘das Beggi im Nesseltal’ (1790, Glis) und Rischbeggi (Grengiols, LT) mit dem dazu gehörenden Rischbeggiwald – letztere mit dem Problem der Segmentierung; alternativ kann auch Rischp-eggi ‘die kleine Ecke mit Rispen?’ gelesen werden. ID. (4, 1055) übernimmt von STALDER Begi n. ‘hageres Geschöpfchen, Tierchen’ explizit für das Oberwallis. Das Wort ist sonst nirgends belegt und ergibt keine sinnvolle Motivation. Be1cki ‘Becken’ (ID. 4, 1113) kommt wegen der Affrikata nicht in Frage; im Oberwallis ist nirgends eine Fortis notiert. Eine Analyse von Beggi als Diminutiv von Bett (Bett + ji) (ID. 4, 1810 f.) ist möglich. Die meisten Belege mit Bett benennen im Oberwallis ein (ehemaliges) Flussbett, was bei Rischbeggi kaum in Frage kommt. Ein entrundetes Diminutivum zu schwdt. Bogen ‘Bogen’ und wdt. Boge, Bogä (Goms), Boga (Mattertal), Bogn (Lötschtal), Bogu ‘Bogen’ (ID. 4, 1060 ff.; GRICHTING 1998, 40) ist möglich, angesichts der Fülle von Bedeutungen, die ID. aufzählt. Insgesamt drängt sich aber keine der Deutungen auf.
VSNB, Bd. 1, Sp. 179
Vorkommen
beggi
- Nesselbeggi Glis
begginu
- Begginu Ried-Brig
päggu
- Pägguried Raron
pägu
- Päguried Niedergesteln
peggen
- Peggen Ried Eischoll
peggo
- Peggo Zwischbergen