Blag
Blag ist zu schwdt. Blăg ‘Tierleiche, Aas; kränkelndes Tier; verächtliche Bezeichnung für Tier und Mensch’ und wdt. Blagg n. ‘Spitzbube, Sache (minderwertig)’ (ID. 5,35; RÜBEL 1950, 31; GRICHTING 1998, 38) zu stellen. Nach ID. und GRICHTING kann auch etwas Minderwertiges, Geringes gemeint sein; bei den Flurnamen steht diese Deutung im Vordergrund.
Im Allgemeinen erscheint Blag nur als Bestimmungswort in Komposita zu den Grundwörtern Biel, Eie, Haalta und Zug. Komplexere Formen sind der Ober und der Unner Blaggwang ‘der obere und der untere Teil des minderwertigen Grasabhangs’ (Blagg könnte aber hier auch zu Blatta ‘die Felsplatte’ gehören; die Deutung wäre dann ‘der obere und der untere Teil des Grasabhangs in der Felsplatte’).
Die /-ER/-Ableitung Blager und das Kompositum Blagerbodo sind nur in Embd belegt. Der Beleg ts Plegerwaldji ‘der kleine Wald, wo Tierleichen begraben wurden’ (Glis) ist als /-ER/-Ableitung zu Bläger (ID. 5, 37 f.) zu stellen, wobei die Deutung unklar ist. Eine sonst nicht belegte /-ERRA/-Ableitung findet sind in inne Blagerru (Raron) ‘im minderwertigen Gebiet’ (wörtlich ‘in den Schlechten’) mit den Komposita di Blagerruleesser und di Blagerruwageleisa (beide Raron); sie bezeichnen Güter und Weg in den Blagerru. Ebenfalls hierzu zu stellen sind t Obru und t Undru Blagerre ‘der obere und der untere Teil des minderwertigen Gebietes’).
Einige Belege mit Blag- sind wohl zu Blatt- zu stellen (siehe oben), mit Assimilation des Dentals zum Velar (Blatt+ji -> Blaggji / Blaggi).
VSNB, Bd. 1, Sp. 233
Vorkommen
blag
- Blageia Glis
- Blageia Visp
- Blaghaaltu Leuk
- Blagzigji Täsch
blager
- Blager Embd
- Blagerbodo Embd
- Blagerwald Embd
blagerre
- Obru Blagerre Raron
- Undru Blagerre Raron
blagerru
- Blagerru Raron
- Blagerruleesser Raron
- Blagerruwaguleisa Raron
blagg
- Blaggbiäl Kippel
- Ober Blaggwang Raron
- Unner Blaggwang Raron
plag
- Plageiilti Turtmann
pleger
- Plegerwaldji Glis