Brüller
Brüller ist nur im Beleg der Brillerbode ‘der Boden für brüllendes Vieh / der Boden der Familie Brindlen’ (Obergesteln) belegt. Gwp. stellt das HL offenbar zum Verb wdt. brille, brillä (Goms), brillu (Vispertal), briäälun (Lötschtal), briälu ‘weinen’ (GRICHTING 1998, 42), indem er <brille> ‘weinen’ erwähnt. Bei GRICHTING ist auch das zweite Wort (schwdt. brüelen, wdt. brielu (vgl. ID. 5, 598) mit etwa dem gleichen Sinn genannt. Es scheint aber eher so zu sein, dass das HL BRÜLLER, wdt. Briller (ID. 5, 588) sich auf ‘brüllende Stiere oder Kühe’ bezieht, die an ‘übermässigem Begattunstrieb’ (ID. 5, 589) leiden. Die vorgeschlagene Deutung als FaN ‘der Boden der Familie Brindlen’ (vgl. AWWB 44) scheint schon lautlich nicht zuzutreffen (/-ndl-/ wird üblicherweise nicht zu /-ll-/, lässt sich aber aus /nd/ -> /nn/ und anschliessender Assimilation zu /-ll-/ erklären); es kann aber nicht ausgeschlossen werden.
VSNB, Bd. 1, Sp. 291
Vorkommen
briller
- Brillerbode Obergesteln