Seel
Seel ‘Seele’ ist in fünf Namen belegt. Es ist zu schwdt. Sēl f. ‘Seele’ und wdt. Seel ‘Seele’ (ID. 7, 699 ff.; GRICHTING 1998, 187) zu stellen. Wieweit sich die Namen auf die Seele oder die Armen Seelen beziehen, die in den Oberwalliser Sagen eine grosse Rolle spielen, ist unklar (ID. 7, 710; TGNB 2, 2, 539). Von den vier Namen ist der Armuseelubrunnu ‘der Brunnen / die Quelle der Armen Seelen’ (Ergisch) am klarsten der Sage von den Armen Seelen (unerlöste Tote) verbunden. Vermutlich auch religiös zu verstehen ist der Seelenheilstúck ‘das Grundstück für das Heil der Seelen’ (1830, Obergesteln); ohne weiteren Kontext lässt sich das allerdings nicht belegen. Nach den Kommentaren der Gwp. ist wohl auch t Seelunplatzjini ‘die kleinen Plätze für die Seelen’ (Eggerberg) auf die Armen Seelen zu beziehen. Unklar blieben Selenvald ‘der Seelenwald’ (1437 Naters) und t Seelegga ‘die Ecke für die Seele’ (Baltschieder), zu denen es keine Deutungen gibt.
VSNB, Bd. 4, Sp. 149
Vorkommen
seelen
- Seelenheilstuck Obergesteln
seelu
- Armuseelubrunnu Ergisch
- Seeluegga Baltschieder
seelun
- Seelunplatzjini Eggerberg
selen
- Selenvald Naters