Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Bad

Neben den beiden auf Thermalquellen basierenden Siedlungsnamen Brigerbad (lokal: zum Bad) und Leukerbad (lokal: Badu), in deren Umfeld viele Belege mit Bad- als Bestimmungswort auftreten (z. B. Badhalta (Brigerbad) ‘Halde bei Brigerbad’), gibt es eine Reihe weiterer Belege. Zugrunde liegt schwdt. Bad n., Pl. Bĕder, Dim. Bĕdli wie nhd. ‘Bad; Thermalquelle’, speziell, meist Dim. ‘Schwitzstübchen oberhalb des Backofens’ (Id. 4, 1011 ff.). Bei GRICHTING (1998, 127) ist nur wdt. Leiggärbad und Badu ‘beide: Leukerbad’ erwähnt. Das Lemma ist meist n., die Namenform die Bad in Törbel erklärt sich aus einer Umdeutung der Dativ Plural-Form (1378 a den badden; 1394 supra din baden), 1554 erscheint erstmals verkürzt und mit Genuswechsel vff der bad, d. h. der Pluralartikel wurde offenbar als Femininum aufgefasst. Von den übrigen Belegen sind erklärenswert: Badneri ‘Badnerin’ als Bezeichnung einer Wasserleite Richtung Brigerbad, Badner Leitre ‘Badner Leitern’ als Holzleitern, die den Weg nach Leukerbad (von Albinen aus) erleichtern. Als Assimilation lässt sich Baggilla (aus Bad + Gilla ‘Badeteich’) erklären. Die Badanstalt in Brig hiess früher prosaischer Badtola ‘Badeteich’ und heute Schwimmbad Geschina. Schwierig zu deuten ist der Flurname Iisebadwäg (Ernen) ‘Eisenbadweg’ auf der Alp Frid. Das Kompositum ‘Eisenbad’ existiert im Sinn von ‘ein Bad in Eisenwasser nehmen’ (GRWB 3, 367), jedoch nicht als Lokalbenennung im Unterschied zu ‘Eisenbrunnen’ für eine Quelle mit eisenhaltigem Wasser.

VSNB, Bd. 1, Sp. 144

Vorkommen

bad

bäder

badner

badneri

badnerin

badneru

badu

bag