Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Berr

Berr n. ‘Beere’ ist zu schwdt. Ber (ID. 4, 1461), wdt. Berr ‘Beere’ (GRICHTING 1998, 35; auch GRICHTING 1998, 32 s. v. Bär m. Varianten) zu stellen. Es ist belegt in ts Beruloch ‘das Loch mit Beeren’ (St. Niklaus) und der Berrwald ‘der Wald mit Beeren’ (Münster). Als Kompositum mit Mäl ‘Mehl’ kommt vor beym Melbeerbaúm ‘beim Mehlbeerbaum’ (Staldenried) und t Mälbertschugge ‘die Felsen mit Mehlbeerstauden’ (Eisten). Eine zweites Kompositum enthält Mil- als entrundetes Gegenstück zu Müül ‘Maul’ und meint in den Flurnamen beim Milberböüm ‘beim Maulbeerbaum’ (Visperterminen) und Milberschleif ‘der Schleif mit Mülber (Maulbeeren)’ (FLNK, Termen) (cf. HL MÜÜL) den Maulbeerbaum. Zum Maulbeerbaum vgl. LAUBER / WAGNER / GYGAX 52014, 216 s. v. MORUS ALBA und MORUS NIGRA; zum Mehlbeerbaum vgl. LAUBER / WAGNER / GYGAX 52014, 280 s. v. SORBUS ARIA und SORBUS MOUGEOTH.

Die Ableitung ts Berett ‘der Ort, wo es Beeren hat’ (Oberwald; FLNK Beret) ist zum Suffix /-ÔDI/-ÔTI/ (SONDEREGGER 1958, 524) zu stellen und meint den Ort mit Beeren.

VSNB, Bd. 1, Sp. 190

Vorkommen

ber (Berr)

berett

berr

beru