Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Zwelf

Zwelf ‘zwölf’ ist zu wdt. zwelf ‘zwölf’, Zahlwort, ahd. zwelif, mhd. zwelf (…), in unbestimmter Zahlangabe, Formelhaftes ‘etwa zwölf’ zur Bezeichnung einer ungewissen, ungefähre Menge (GRWB 32, 1432 ff.) zu stellen. ID. ist bei der Redaktion dieses Textes noch nicht erschienen; GRICHTING (1998) enthält das Zahlwort nicht.

Belegt sind: ze Zwelf Aposchtlu ‘bei den zwölf Aposteln’ (Naters), wo es einen Bildstock bezeichnet, der an Stelle einer früheren Zwölf-Apostel-Kapelle steht (vgl. HL APOSCHTEL) und bi de Zwelf Lärche ‘bei den zwölf Lärchen’ (Geschinen), wo nach der Beschreibung die damalige Waldgrenze mit wenigen Lärchen gemeint ist. Hier dürfte der symbolische Wert der Zahl Zwölf eine grössere Rolle spielen als bei den zwölf Aposteln, die nach dem Neuen Testament namentlich bekannt (z. B. MT 10,2 f.) sind. An Stelle von Judas Iskarioth tritt später der Apostel Paulus.

VSNB, Bd. 4, Sp. 627

Vorkommen

zwelf