Oberwalliser Orts- und Flurnamenbuch

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Hauptlemma

Bister

Bister n. ist der Name der Gemeinde Bister, tritt aber als Bisterli auch in Mörel und Ried-Mörel auf. Wie KRISTOL ET AL. (2005, 162) ausführen, ist der Gemeindename nicht gedeutet. Die ältesten Formen (1374 in dem Bystur, 1385 in dem Bisture, 1388 in dem Býstore) führen dort zur Deutung aus afrz., afrpr. bestort ‘krumm’ (lat. BIS ‘doppelt’ und lat. TORTUS ‘krumm, gewunden’; GPSR 2, 367), was als Benennungsmotiv in FlN (z. B. zur Bezeichnung von Wasserläufen) nicht selten sei, hier aber durch den Realbefund nicht gestützt werde. Deswegen liegt eine Deutung zum Adj. bīster ‘düster, trübe, unfreundlich’ nahe (siehe ID 4, 1795, schon bei STALDER 1, 175). Das würde auch die Form Bisterli ‘das kleine Bister’ und ts Ober Bisterli ‘das obere kleine Bister’ (Ried-Mörel) als unfreundliche Orte erklären; er befindet sich auf der linken Talseite, die im Winter nicht besonnt ist.

Ein Adjektiv tritt mit einer -m-Erweiterung auf: Bistmeren Bachschwerehag ‘der Zaun beim Bachwehr der Leute von Bister’ (1753, Bister), der Bischmärchäller ‘der (Käse-)Keller der Leute von Bister’ (Bister), t Bischtmeralpa ‘die Alpe der Geteilen von Bister’ (Filet), Bischtmer Brachen ‘das Brachland der Leute von Bister’ (1753, Filet). Die Form mit /m/ ist ähnlich wie jene in Bättmer zu erklären (vgl. HL BETTEN).

Als Bestimmungwort erscheint Bister in an der Bistereccon ‘an der Ecke, die zu Bister gehört’ (1459 u. später, Bister) und vs dem Bisterwasser ‘aus dem Bisterwasser (wohl Wasserleitung)’ (Bister).

VSNB, Bd. 1, Sp. 224

Vorkommen

bischmär

bischterli

bischtmer

bister

bisterli

bisterlin

bistmeren