Ein
Ein ist zum Zahlwort ein zu stellen. GRICHTING (1998, 64) kennt die Form so nicht, führt aber flektierte Formen wie wdt. eim, eimu (Matteratal), einum ‘einem’ und einere, einra (Lötschtental), einära ‘einer’ auf. Wie schon WIPF (1910, 137) für Visperterminen zeigt, ist das Zahlwort substantivisch, adjektivisch und als unbestimmter Artikel (in verkürzter Form) gebraucht (vgl. auch ID. 1, 296 ff.). Die Belege in den Orts- und Flurnamen sind: ts Eineggi ‘die eine (besondere) Ecke’ (Ernen), die als Aussichtspunkt besonders auffällt, der Einumällich ‘der eine Mällich (Steinmann)’ (Embd) ist ein aufgemauertes Mäuerchen, das im Gegensatz zu di Zwei Mällicha ‘die zwei Mällicha (Steinmänner)’ (Embd) – etwa 200 m höher – zu sehen ist. Dazu gehört t Einumällichbletscha ‘die Ebene beim einen Mällich (Steinmann)’ (Embd). Die Ableitung eintu ‘(der) einte’ (Id. 1, 269 ff.) steht in bim Eintu Stock ‘beim einzelnen (Baum-)Stock’ (Embd), dem Überrest einer früher dort stehenden grossen Lärche.
Unsicher ist der Beleg Einmatta ‘die Wiese bei der Aue’ (1565, Naters), der wohl zum HL EIE ‘Aue’ zu stellen ist (< Eie(n)matta).
VSNB, Bd. 2, Sp. 59